Vorsichtiger Optimismus: Bei Opel fallen weniger Jobs weg als befürchtet
zuletzt aktualisiert: 13.02.2005 - 16:47Frankfurt/Main (rpo). Nach Angaben des Betriebsrates streicht der Autobauer Opel 500 Stellen weniger als zunächst geplant. Betriebsratschef Klaus Franz sagte auf Anfrage, insgesamt würden bis 2007 wohl rund 6.000 Jobs abgebaut.
Bislang war von der Streichung von 6.500 Stellen in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern die Rede gewesen. Franz sagte zudem, am Standort Rüsselsheim sollten 200 bis 250 Stellen mehr erhalten bleiben, in Kaiserslautern etwa 200. Er sei optimistisch, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen werde, fügte er hinzu.
Besonders im Technischen Entwicklungszentrum am Stammsitz Rüsselsheim würden weniger Stellen als zunächst geplant gestrichen, sagte Franz weiter. Die Verhandlungen mit der Unternehmensführung werden in der neuen Woche fortgesetzt. Ob bereits dann mit einer Einigung zu rechnen ist, wollte Franz am Sonntag nicht sagen.
Franz bestätigte auch Angaben, die er in einem Interview der Zeitschrift "Automobilwoche" gemacht hatte, wonach voraussichtlich noch in diesem Jahr rund 4.250 Opel-Mitarbeiter freiwillig in eine Transfergesellschaft wechseln. Aus Rüsselsheim lägen 2.700 Abfindungsverträge vor, aus Kaiserslautern fast 250, sagte er. In Bochum sei man auf dem besten Weg, dass wie vorgesehen 1.300 Mitarbeiter freiwillig gehen. Für Rüsselsheim und Kaiserslautern wäre der Jobabbau demnach damit abgeschlossen. Die noch fehlenden 1.750 Stellen müssten in den Jahren 2006 und 2007 am Standort Bochum abgebaut werden, sagte Franz der Nachrichtenagentur AP.
Opel-Sprecher Ulrich Weber bestätigte, dass unter anderem im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum mehr Stellen erhalten bleiben als bisher geplant. Die von Franz genannten Zahlen konnte Weber zunächst nicht bestätigen, sie seien aber "von der Richtung her" korrekt, sagte er. Der "Umsetzungsprozess" sei aber noch nicht abgeschlossen. Eine endgültige Bilanz der Gespräche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern soll am 25. Februar bekannt gegeben werden.
Die Verhandlungen über den zweiten Teil des Sanierungspakets, der die Themen Arbeitskosten, Produktionsaufträge und Standortsicherung betrifft, verlaufen dagegen nach Angaben von Betriebsratschef Franz schwieriger. "Ob die Verhandlungen über den Zukunftspakt bis Ende Februar abgeschlossen werden, vermag ich inzwischen nicht mehr zu sagen", wurde er von der "Automobilwoche" zitiert. Auch die Führung der US-Konzernmutter General Motors rechnet demnach eher mit einem Abschluss Ende März.
Größere Rolle für Rüsselsheim
Wie die Zeitung weiter berichtet, soll der Opel-Standort Rüsselsheim im weltweiten GM-Verbund sogar an Bedeutung gewinnen. Der Entwicklungschef von General Motors, Robert Lutz, habe angekündigt, Opel erhalte die Verantwortung für die Entwicklung und das Design der 1985 gegründeten US-Marke Saturn. Die zweite Schwestermarke neben Vauxhall solle "nur die Marketing-Leute und Händler behalten und in Zukunft ohne Backoffices arbeiten", wird Lutz von der "Automobilwoche" zitiert. Wie viele Arbeitsplätze dadurch bei Saturn in Nordamerika wegfallen, ließ er offen.
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