Neues Konzept gegen die Krise: Bei Starbucks gibt's bald Alkohol
VON FRANZISKA BLUHM - zuletzt aktualisiert: 20.07.2009 - 13:32Seattle (RPO). Jahrelang schwamm die US-Kaffeekette auf Erfolgskurs: Ständig eröffneten neue Filialen, der Umsatz stieg. Doch als die Konkurrenz reagierte und dem Starbucks-Konzept mit niedrigeren Preisen konterte, geriet die Kaffeekette in die Krise. Zehntausende Stellen sollten abgebaut, Filialen geschlossen werden. Jetzt gibt es sogar ein neues Konzept. In den Filialen soll auch Alkohol verkauft werden.
Der Absatzeinbruch in den vergangenen Jahren hatte für Starbucks vor allem zwei Gründe. Die Reaktion der Konkurrenz, insbesondere der Fastfoodkette McDonalds machte der Kaffeekette aus Seattle große Probleme. Weltweit hat McDonalds mittlerweile 14.000 Kaffee-Filialen mit gemütlichen Sesseln eingerichtet, so dass sie in vielen Städten zur echten Alternative für die Läden mit dem grünen Logo geworden waren. Aber auch ihre Preise machten dem Unternehmen zu schaffen: Insbesondere in der Wirtschaftskrise wollen immer weniger Menschen um die vier Euro dafür bezahlen, einen Café Latte zu erwerben. Insbesondere, wenn die Konkurrenz diese Preise deutlich unterbietet.
In der Krise hat sich die Kaffeehaus-Kette vorgenommen, etwas Neues auszuprobieren. Denn ein Jahr nach dem angekündigten Abbau von rund 12.000 Stellen weltweit und zahlreichen Filialschließungen rund um den Globus geht Starbucks in seiner Heimatstadt Seattle mit einem neuen Konzept an den Start.
Denn dort eröffnen in Kürze drei neue Läden, die nicht mehr den Namen des Konzerns tragen, sondern einen lokalen Bezug haben werden. Beispielsweise soll eine der neuen Filialen in Seattle den Namen "15th Avenue Coffee and Tea" tragen, berichtet die "The Seattle Times". Und ganz im europäischen Stil von Cafés soll es auch Bier und Wein geben. Dazu sollen Bands auftreten können. Unklar ist bisher noch, ob Starbucks dort auch mit einer eigenen Biermarke unterwegs sein wird.
Laut Starbucks sind derzeit insgesamt drei Filialen in diesem Stil geplant. Je nachdem wie das neue Konzept bei den Kunden ankommt, will man entscheiden, die Strategie auch in andere Städte und Länder auszubreiten.
Ob die neue Taktik den Börsenkurs der Aktie - immerhin notierte das Papier im Winter 2006 einmal bei 32 Euro und stürzte dann bis in den Herbst 2008 auf gerade einmal sechs Euro - wieder beflügeln und über den derzeitigen Stand von rund zehn Euro klettern lassen wird, ist offen. Analysten wie Andreas Jörg Scheuerle, Leiter Sachgebiet Europäische Konjunktur und Branchenanalysen bei der Dekabank, können sich nur unter bestimmten Bedingungen vorstellen, dass das neue Konzept aufgeht: "Eine Regionalisierung ist in der Gastronomie nur dann sinnvoll und hilfreich, wenn auch die angebotenen Produkte einen regionalen Bezug haben." Der Erfolg einer derartigen Strategie "hängt davon ab, ob bei den Produkten eine Regionalisierungsmöglichkeit besteht oder nicht", meint Scheuerle gegenüber dem österreichischen Nachrichtendienst pressetext.
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