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Einigung: BenQ-Pleite: Siemens schwächt Finanzhilfe ab

zuletzt aktualisiert: 24.11.2006 - 15:40

München (RPO). Das Rätselraten um die Höhe des Siemens-Hilfspaketes für die BenQ-Belegschaft geht weiter. Die von der IG Metall genannten 180 Millionen Euro hat der Elektronikriese bereits dementiert. Eine Einigung haben beide Seiten am Freitag aber getroffen. Siemens will die Finanzspritze nach eigenen Angaben von den zugesagten 59 auf 71 Millionen Euro aufstocken.

Insolvenzverwalter Martin Prager hatte vor einem Monat rund 1950 der gut 3000 BenQ-Mitarbeiter bei Weiterzahlung des Insolvenzgeldes freigestellt. In den Bereichen Fertigung und Verwaltung mussten dabei drei Viertel aller Beschäftigten ihre Arbeitsplätze räumen.

Der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer erklärte, dass für die Betroffenen nach langen und zähen Verhandlungen mit Siemens nun eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft für die Dauer von einem Jahr gesichert sei.

Nach Neugebauers Angaben soll sich Siemens bereit erklärt haben, fast sämtliche Kosten für eine Gesellschaft sowie für zusätzliche Finanzhilfen in Form von Abfindungen und Starthilfen zu übernehmen. Sollten keiner der BenQ-Mitarbeiter aus der Gesellschaft neue Jobs finden, drohten dem Konzern Belastungen bis zu 180 Millionen Euro. Realistisch sei eine Größenordnung der Siemens-Hilfen bis 130 Millionen Euro, falls genug Arbeitnehmer neue Jobs fänden. Dies sei "viel, viel mehr als die ursprünglich beabsichtigten 35 Millionen Euro", betonte Neugebauer.

Ein Siemens-Sprecher bezeichnete die genannten Summen "völlig unseriös und viel zu hoch gegriffen". Ob überhaupt weitere Gelder über die von Siemens zugesagten Mittel erforderlich seien, hänge vom Erfolg der Beschäftigungsgesellschaften ab und sei derzeit überhaupt nicht absehbar.

Starthilfe für entlassene Mitarbeiter

Zusätzlich sieht die Vereinbarung von IG Metall und Siemens vor, dass BenQ-Mitarbeiter, die nach vier Monaten in der Beschäftigungsgesellschaft einen neuen Job finden, eine finanzielle Starthilfe in Höhe von 24.000 Euro oder zweieinhalb Monatsgehältern bekommen sollen. Wer bis zum Ende der Auffanggesellschaft am 31. Dezember 2007 keine neue Arbeit findet, soll ebenfalls eine Abfindung als Überbrückungshilfe erhalten. Für Härtefälle soll es einen 10-Millionen-Euro-Fonds geben.

Die Finanzhilfen entfallen jedoch für BenQ-Mitarbeiter, die eine Stelle bei Siemens annehmen oder ein angemessenes Übernahmeangebot des Konzerns ausschlagen. Bis jetzt seien 80 Ex-BenQ-Mitarbeiter bei Siemens untergekommen, für 420 seien "Vorstellungsgespräche mit dem Ziel einer Einstellung vereinbart", sagte ein Siemens-Sprecher.

Spekulationen, dass Samsung den verbliebenen Rest der BenQ-Handyproduktion übernehmen wolle, wurden am Freitag von dem südkoreanische Elektrokonzern klar dementiert: "Samsung beabsichtigt nicht, BenQ zu erwerben", sagte eine Sprecherin der deutschen Niederlassung des Konzerns der AP. Entsprechende Zeitungsberichte seien falsch.

Zuvor hatte auch Bayerns IG-Metall-Chef Neugebauer erklärt, zwischen Samsung und dem BenQ-Konkursverwalter habe es entsprechende Gespräche gegeben. Ein Sprecherin des Insolvenzverwalters wollte dies nicht bestätigen. Sie erklärte jedoch, es gebe nach wie vor viele Gespräche mit mehreren Interessenten.

Quelle: ap

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