Offenbar neue Rekordhöhe erreicht: Benzinpreis: Es geht noch höher
zuletzt aktualisiert: 13.05.2004 - 18:48Hamburg/New York (rpo). Der Benzinpreis in Deutschland kennt dieser Tage nur eine Richtung: Aufwärts. Am Donnerstag hat das Niveau nach einer weiteren Erhöhungsrunde offenbar ein neues Rekordhoch erreicht.
Unter Führung der Shell stiegen die Benzinpreise am Donnerstag um vier Cent pro Liter, wie der Fachdienst EID mitteilte. Damit steigt das Preisniveau auf deutlich über den bisherigen Rekordpreis von 1,20 Euro pro Liter Super, der in der vergangenen Woche erreicht worden war. Vor der Erhöhung hatte der Marktführer Aral noch von einem Durchschnittspreis von rund 1,19 Euro pro Liter Super berichtet. Rechnerisch ergibt sich so ein neuer Spitzenpreis von 1,22 bis 1,23 Euro. Die großen Ölkonzerne waren zu einer Bestätigung nicht zu erreichen oder gaben keine Kommentare dazu ab. Die Preise können je nach Region stark abweichen.
Beim Ölpreis zeichnet sich nach einem kurzen Rückgang weiter keine Entspannung ab: In New York schloss die US-Sorte WTI Mittwochabend 71 Cent höher bei 40,77 Dollar pro Barrel, so hoch wie seit Herbst 1990 nicht mehr. In London wurde der Preis für die Nordseesorte Brent mit 37,95 Dollar festgestellt, 59 Cent höher. Im Handel am Donnerstag hielten die hohen Preise. Der Durchschnittspreis für OPEC-Öl stieg um 1,17 Dollar auf 36,74 Dollar pro Barrel (159 Liter), wie die Organisation in Wien mitteilte.
Am Mittwoch hatte die Internationale Energie Agentur in Paris darauf hingewiesen, dass der Ölverbrauch so schnell wie seit acht Jahren nicht mehr wachse. Die Erholung der Weltwirtschaft sei in Gefahr, wenn die Förderländer nicht zusätzliche Mengen produzieren würden.
Möglichkeiten zur Preissenkung seien begrenzt
Dagegen erklärte der Präsident der Organisation der Erdöl produzierenden Länder (OPEC), der indonesische Ölminister Purnomo Yusgiantoro, die Möglichkeiten der Organisation zur Preissenkung sei begrenzt. Er wies darauf hin, dass die unsichere Lage im Mittleren Osten, die hohe Nachfrage der USA und Spekulation die Ölpreise treiben würden. "Alle die Faktoren sind außerhalb der Kontrolle der OPEC", sagte der Minister am Donnerstag in Jakarta.
Die OPEC produziert ein Drittel der Weltölförderung. Das wichtigste Mitgliedsland, Saudi-Arabien, hatte am Dienstag eine Fördererhöhung vorgeschlagen, was zu einem deutlichen Preisrückgang geführt hatte, der aber nicht lange vorhielt. Am Mittwoch teilte die OPEC mit, dass die Mitgliedsländer bereits zwei Millionen Barrel mehr förderten als ihre selbst auferlegte Förderrate von 23,5 Millionen Barrel am Tag.
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