Internes Gutachten: Bergwerk Walsum schließt Ende 2007
VON THOMAS WELS - zuletzt aktualisiert: 04.01.2007 - 07:39Düsseldorf/Dinslaken (RP). Das Bergwerk Walsum wird nicht wie geplant Mitte des Jahres 2008, sondern wohl Ende 2007 geschlossen. Dies geht aus einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervor, das im Auftrag des Bundeswirtschaftministeriums die „Stillsetzungskosten, Alt- und Ewigkeitslasten des Steinkohlenbergbaus“ zu bewerten hatte und unserer Zeitung vorliegt.
Das Gutachten vom 23.November, das auf der Datenbasis der Essener RAG beruht, geht von einer „aktualisierten Planung“ der RAG aus, derzufolge die Fördermenge an Steinkohle bis zum Jahr 2012 um zusätzliche vier Millionen auf dann zwölf Millionen Tonnen sinken werde.
Hintergrund: Anders als ursprünglich ausgewiesen reichen die von der Regierung Schröder zugesagten Subventionen nur für zwölf Millionen Tonnen aus. Dies hat Folgen für die Stilllegungspläne der Bergwerke. Neben Walsum (2780 Mitarbeiter), das mit einer „Vorverlegung des Stilllegungszeitpunktes“ auf den 1. Januar 2008 zu rechnen hat, ist auch das Bergwerk Lippe betroffen. Dieses dürfte zum 1. Januar 2010 statt zum 1. Januar 2011 schließen. Die RAG-Tochter Deutsche Steinkohle AG wollte das gestern nicht bestätigen.
Das als vertraulich eingestufte KPMG-Gutachten weist zudem auf allerhand Risiken und Unwägbarkeiten bei dem Versuch der Berechnung der Ewigkeitslasten hin. „Für circa 2200 Schächte der RAG existieren derzeit noch keine detaillierten Informationen über ihre exakte Lage und ihren Zustand“, heißt es.
Ein Tribut an die mehrere hundert Jahre alte Geschichte der Kohleförderung: „Die Tageslichtöffnungen der Schächte sind häufig verschlossen, wodurch ein Auffinden nur mit aufwändigen Suchmaßnahmen möglich ist.“ Die Kosten für die Sicherung dieser unbekannten Schächte schätzen die Experten auf 438 Millionen Euro.
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