Kündigungen verhindern: Betriebsrat: Opel muss Stellen streichen
zuletzt aktualisiert: 21.11.2004 - 10:45Frankfurt/Main (rpo). Die Opel-Arbeiter bangen weiter um ihre Jobs. Ein Stellenabbau bei dem angeschlagenen Autobauer Opel ist kaum zu vermeiden. Das sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz: "Wir müssen sicher einen Personalabbau akzeptieren, wollen aber betriebsbedingte Kündigungen und eine Werksschließung vermeiden".
das sagte Franz der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Derzeit verhandelt die Unternehmensleitung mit dem Betriebsrat über einen Zukunftsvertrag für Opel. Die Opel-Mutter, der US-Konzern General Motors, fordert in ihren europäischen Werken Einsparungen von 500 Millionen Euro und einen Abbau von 12.000 Stellen. In Deutschland sollen allein 10.000 Arbeitsplätze entfallen.
"Die Verhandlungen sind in vollem Gange und werden fortgesetzt", sagte Franz. Über den aktuellen Verhandlungsstand hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Zugleich erklärte Franz, mit der scharfen Kritik am Produktionsstandort Deutschland lenke GM von den eigenen Problemen auf dem Heimatmarkt ab. "Nordamerika ist für GM das nächste Problem. Dort verteuert sich die Arbeit schon allein durch einen 15-prozentigen Kostenanstieg in der Sozialversicherung, während wir in Deutschland die Lohnnebenkosten insgesamt verringern", wurde Franz zitiert. "Das ist ein riesengroßes Problem, doch das verdrängen die GM-Manager."
Unterdessen berichtete die "Automobilwoche" Opel wolle bis 2006 die Margen seiner Händler von unter einem auf 1,5 Prozent anheben, um das Netz zu verstärken. Das kündigte Opel-Vertriebschef Jean-Marc Gales in der "Automobilwoche" an. Zugleich rückt Opel von den Zielvorgaben des GM- Europe-Präsidenten Carl-Peter Forster ab, der im Februar ein Marktanteilsziel von 10,8 Prozent genannt hatte.
"Wir werden 2004 bei rund zehn Prozent abschließen. Denn der erhoffte Aufschwung ist ausgeblieben", wird Gales zitiert. "Ich sehe für 2005 kein Signal einer konjunkturellen Belebung, sondern gehe bestenfalls von einer Stagnation aus. Deshalb stellen wir jetzt die Weichen, um 2005 gegen den Trend zu wachsen."
Gales kündigte an, Opel werde gegenüber seinen Händlern nicht mehr auf einen Mindestabsatz bestehen. "Solche Eingriffe können wir uns nicht erlauben. Regionales Potenzial werden wir nicht verschenken. Wir werden die Standards, Prozesse und Verkaufsprogramme auf ein sinnvolles Maß reduzieren, damit sich unsere Händler wieder auf das Wesentliche konzentrieren können: den Verkauf", sagte Gales. Beispielsweise seien vereinfachte Vorführwagen- und Schulungsvorschriften geplant.
Die Margen will Gales heben: "Die Grundstruktur werde ich nicht antasten. Aber ich will Volumen wieder besser bonifizieren." Die durchschnittliche Nettorendite der Händler solle sich bis 2006 "auf rund 1,5 Prozent erhöhen". Derzeit liege sie unter einem Prozent.
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