Finales Ringen um Opel: Betriebsrat und RHJ liefern sich Schaukampf
zuletzt aktualisiert: 17.08.2009 - 19:10Rüsselsheim/Bochum (RPO). Im Endspurt um Opel liefern sich der Betriebsrat und der Übernahmeinteressent RHJ International einen Schaukampf. Betriebsratschef Klaus Franz machte in einem am Montag veröffentlichten Flugblatt an die Opel-Mitarbeiter erneut Front gegen einen Einstieg des belgischen Finanzinvestors. Dieser wies die Darstellungen von Franz vehement zurück.
In dem 17 Punkte umfassenden Papier unter dem Titel "Warum wir RHJI nicht wollen" erklärte der Betriebsrat, RHJ wolle Investitionen in die Zukunft des angeschlagenen Autobauers reduzieren. Zudem verlange RHJ höhere Einsparungen von den Beschäftigten als der konkurrierende Bieter Magna und gestehe Opel nicht die notwendige unternehmerische Freiheit zu. Die Beteiligungsgesellschaft habe keine Kompetenz in der Autoindustrie und plane lediglich eine Mitarbeiterbeteiligung ohne Stimmrechte.
Ein RHJ-Sprecher erklärte, es sei "kompletter Unsinn", dass RHJ Zukunftsinvestitionen zurückfahren wolle. "Falsche Behauptungen werden durch Wiederholungen nicht wahrer." Das Beratungsteam von RHJ setze sich zudem aus erfahrenen Industrievertretern zusammen, darunter der ehemalige Chrysler-Manager Thomas Stallkamp und der ehemalige GM-Europa-Chef Richard Donnelly.
Die Mitarbeiter sollen mit zehn Prozent an dem Unternehmen beteiligt werden. Über eine Stimmrechtsbeteiligung sei noch nicht verhandelt worden. Der Investor sehe es außerdem als seine Pflicht an, vorsichtig mit Steuergeldern umzugehen.
Während Magna 4,5 Milliarden Euro an Staatshilfe beantragt hat, will RHJ mit 3,8 Milliarden Euro auskommen. Trotzdem haben sich der Bund und die Bundesländer mit Opel-Standorten für Magna ausgesprochen, während RHJ als Favorit von Teilen des GM-Managements gilt.
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