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Antwerpen: Betriebsrat verurteilt Schließung des Opel-Werks

zuletzt aktualisiert: 21.01.2010 - 11:59

Bochum (RPO). Die rund 2500 Mitarbeiter des Opel-Werkes in Antwerpen stehen bald womöglich auf der Straße. Nach Angaben des stellvertretenden Bochumer Betriebsratsvorsitzenden Franco Biagiotti wird die Niederlassung in der belgischen Metropole geschlossen.  Der Betriebsrat verurteilte die Werksschließung als "wirtschaftlich unsinnige Absicht".

Wirtschaftlich sinnvoller wäre es, Antwerpen offen zu halten, so der Betriebsrat. Das hätten Studien des Opel-Managements und der Arbeitnehmervertreter ergeben. Nach Angaben der Arbeitnehmervertreter hat GM zudem eine Unterstützung von 500 Millionen Euro abgelehnt, welche die flämische Regierung angeboten hatte. 

Der Betriebsrat warf GM zudem Vertragsbruch vor. In Antwerpen sollte demnach ein neuer kleiner Geländewagen produziert werden. Dafür habe die Belegschaft seit 2007 auf 26 Millionen Euro verzichtet.

"Es ist keine leichte Entscheidung, diese Ankündigung zu machen. Vielmehr ist es die harte Realität der derzeitigen Geschäftssituation", erklärte Opel-Chef Nick Reilly. Um die langfristige Existenz des Unternehmens zu sichern, müsse Opel angesichts der Schwäche auf dem westeuropäischen Automarkt seine Kapazitäten insgesamt um rund 20 Prozent reduzieren.

"Wir sind uns der Tragweite bewusst, die diese Ankündigung für die Beschäftigten in Antwerpen und ihre Familien hat und wir fühlen mit ihnen", erklärte Reilly. In der Mitteilung hieß es weiter: "Im Hinblick auf die derzeitige Kapazitätsauslastung in allen europäischen Opel- und Vauxhall-Werken, dem geplanten Produkt-Portfolio sowie den Vorgaben durch Zeitplanung und Finanzen wäre die Schließung des Werkes Antwerpen der folgerichtige Ansatz für das Unternehmen." Falls die Schließungsabsicht bestätigt werde, würde die Produktion in den kommenden Monaten auslaufen. Opel werde mit den Arbeitnehmervertretern seine Verhandlungen fortsetzen.

Das Antwerpener Werk gilt schon länger als akut gefährdet. Bei der Vorlage des Restrukturierungskonzepts hatte der Opel-Mutterkonzern General Motors eine Schließung nicht ausgeschlossen. Auch der Plan des Auto-Zulieferers Magna International, der Opel eigentlich von GM übernehmen wollte, hätte das Aus für Antwerpen bedeutet.

Im Werk Antwerpen baut bestimmte Versionen des Kompaktwagens Astra. Laut Informationen der Tageszeitung "Die Welt" soll die Produktion offenbar nach Bochum verlagert werden, um in der Ruhrgebietsstadt die Auslastung zu erhöhen.

General Motors will die Umstrukturierung bei Opel bis Ende des Monats abschließen. Dabei sollen mehr als 8300 Jobs der insgesamt 48.000 Stellen bei Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall gestrichen werden. Für die Umstrukturierung werden laut Reilly rund 3,3 Milliarden Euro benötigt. General Motors will 600 Millionen Euro bereitstellen. Der Rest müsse mit Zugeständnissen der Beschäftigten und Krediten der europäischen Staaten gedeckt werden.

Opel erklärte, es sei zu erwarten, dass der Restrukturierungsplan alle Werke und Einrichtungen von Opel und Vauxhall beeinflussen werde. Das könnten unterschiedliche Maßnahmen wie Kapazitätsreduktionen, Arbeitsplatzabbau oder Arbeitskostenreduzierungen sein. Weitere Details dazu werden würden in Kürze bekanntgegeben.

Quelle: apd/seeg

 
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