Nachfrage nicht gedeckt: Bioprodukte werden knapp
zuletzt aktualisiert: 04.01.2007 - 08:56Frankfurt/Main (RPO). In Deutschland werden offenbar die Bioprodukte knapp. Nach Medienberichten gibt es Engpässe bei Kartoffeln, Eiern, Schweinefleisch, Futtergetreide und Hafer. Die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln ist nicht gedeckt - auch nicht durch Produkte aus dem Ausland.
Das sagte der Agrarexperte Ulrich Hamm von der Universität Kassel der "Frankfurter Rundschau".
Grünen-Bundestagsfraktionsvize Bärbel Höhn warnte: "Die Lücke im Angebot wird sich in den nächsten Jahren noch vergrößern, weil die große Koalition ein Rollback in der Landwirtschaftspolitik eingeleitet hat." Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kritisierte, die Fördermöglichkeiten würden von Unions-Ministerpräsidenten und auch von einigen SPD-Ländern systematisch zurückgefahren. Seit 2005 stellten immer mehr Länder die Umstellungsprämien für Bioanbau ein. Diese Prämien federten bisher die zweijährige Wartefrist beim Übergang von konventioneller zu Ökolandwirtschaft ab, in der Bauern ihre Ware noch nicht als Bio verkaufen dürfen.
Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) werfe den Bio-Landwirten ständig Knüppel zwischen die Beine, kritisierte Künast. "Seehofer, CDU/CSU und rückwärtsgewandte Funktionäre setzen das falsche Zeichen: Öko ist nicht erfolgreich. Damit führen sie die Mehrheit der Bauern in die Irre."
Unions-Agrarexperte Peter Bleser machte dagegen niedrige Preise und im Verhältnis zum Aufwand zu niedrige Erlöse der Erzeuger im Hochlohnland Deutschland für die Engpässe verantwortlich. Bleser sagte der Zeitung: "Wenn es lukrativ ist, werden die Bauern auch mehr auf Öko umstellen."
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