Autobauer: BMW setzt auf Wachstumschancen in Indien
zuletzt aktualisiert: 21.09.2010 - 09:57München (RPO). Der Münchner Autobauer BMW setzt auf dem Weg zu einer internationaleren Aufstellung auf den noch sehr kleinen Oberklasse-Markt Indien. Der Konzern werde in einem ersten Schritt die Produktionskapazität in seinem Werk in Chennai im Südosten des Landes von 3000 auf 5400 Fahrzeuge ausbauen, sagte Vertriebsvorstand Frank-Peter Arndt zu Reuters.
Ab November soll dort neben dem 3er und dem 5er auch der kleine Geländewagen X1 für den indischen Markt gefertigt werden. Das Händlernetz wird bis 2011 auf 22 Betriebe aufgestockt. Ab Ende dieses Jahres will BMW zudem erstmals Autofinanzierungen anbieten und auch das bisher kaum existente Geschäft mit Gebrauchtwagen ankurbeln.
Arndt sieht für BMW in Indien großes Zukunftspotenzial. In dem bevölkerungsreichen asiatischen Land schnellten die Autoverkäufe im August um ein Drittel nach oben - auf den neuen Spitzenwert von knapp 161.000 Fahrzeugen. Gefragt sind dort vor allem günstige Kleinwagen. Deutsche Edelmarken, die in Indien etwa genauso viel kosten wie in Europa, und auf die eine hohe Luxussteuer anfällt, kann sich nur eine winzige reiche Oberschicht leisten. Dementsprechend klein ist der Premiummarkt.
BMW verkaufte von Januar bis Ende August in Indien nur 3300 von weltweit fast 920.000 Fahrzeugen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war dies allerdings ein Plus von 43 Prozent. Im gesamten Jahr 2009 lieferten die Münchner in Indien gut 3600 Autos aus und lagen damit vor Mercedes mit rund 3200 Autos und Audi. Vertriebschef Arndt äußerte sich zuversichtlich, den Absatz in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen. Konkrete Ziele für Indien nennt BMW nicht.
Der Konzern will nicht zu abhängig vom chinesischen Automarkt werden. Die Verkaufszahlen in der Volksrepublik treiben den deutschen Oberklasse-Herstellern zwar weiter die Freudentränen in die Augen, schwächten sich zuletzt aber etwas ab.
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