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Ab 2019 enstehen 600 neue Jobs
Deutsche Post baut Paketzentrum auf Opel-Gelände

Abriss bei Opel in Bochum
Abriss bei Opel in Bochum FOTO: dpa, bt bsc
Bochum. Früher wurden auf dem Gelände Autos am Band hergestellt - künftig soll Frachtgut ausgeliefert werden: Die Post baut auf dem Gelände des Ende 2014 geschlossenen Bochumer Opel-Werkes ein Paketzentrum mit rund 600 Arbeitsplätzen.

Sie will insgesamt eine dreistellige Millionensumme investieren, sagte der Post-Betriebschef für das Brief- und Paketgeschäft, Uwe Brinks, am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die Kaufverträge mit der Bochumer Entwicklungsgesellschaft waren bereits einige Tage vorher unterschrieben worden.

Auch Opel nimmt Geld in die Hand. Der Autobauer will in den nächsten Tagen Einzelheiten zu einem 60 Millionen Euro teuren Neubau seines europaweiten Ersatzteilzentrums am Bochumer Standort bekanntgeben. Opel hatte das Personal in dem Ersatzteilzentrum bereits von gut 400 auf 700 Mitarbeiter aufgestockt und dabei teils auch ausgeschiedene Beschäftigte aus der Autoproduktion übernommen.

Der Autobauer Opel hatte das Werk in Bochum Ende 2014 wegen Überkapazitäten geschlossen. Für die zuletzt gut 3000 Beschäftigten verlief die Suche nach neuen Jobs bisher mühsam, wie die zuständige Transfergesellschaft vor kurzem bilanzierte.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) sprach von einer guten Nachricht für die Stadt. Das Paketzentrum und das zentrale Opel-Ersatzteillager auf dem Gelände würden als Ankerinvestoren weitere Ansiedlungen nach sich ziehen. "Das ist erst der Anfang."

Der Bau des Paketzentrums soll nach der Sanierung und Aufbereitung des Geländes im Sommer 2017 beginnen, mit der Inbetriebnahme wird für 2019 gerechnet. Die Post übernimmt mit 140.000 Quadratmetern etwa ein Drittel der industriell und gewerblich nutzbaren Fläche an dem Standort am ehemaligen Opelwerk. "Ab 2019 bekommen die Bochumer ihre Weihnachtspakete über das neue Zentrum", sagte Brinks.

Das Gelände des ehemaligen Opelwerkes wird in den kommenden Jahren in drei Bauabschnitten entwickelt. Der Standort soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit Technologieschwerpunkt anziehen, die die Nähe zur Bochumer Universität suchen. Schon jetzt - ein Jahr vor der baureifen Übergabe der Grundstücke - seien über 30 Prozent der Gewerbefläche verkauft, sagte der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft "Bochum Perspektive 2020", Enno Fuchs.

Für die Post ist das Paketzentrum ein wichtiger Zugang zu einer der am dichtesten besiedelten Regionen Europas, wie Brinks betonte. Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) zeigte sich zufrieden, dass die Erschließung des Riesengeländes schnell beginne und dass ein renommierter Konzern zu den ersten Käufern zähle.

Die künftigen Beschäftigten können zumindest bei einfachen Tätigkeiten allerdings nicht mit Löhnen wie einst im Autowerk rechnen. Die Tarife der Post lägen deutlich über dem Mindestlohn, aber mit den Metalltarifen könnten sie nicht mithalten, sagte der Post-Manager Brinks.

Für das Ruhrgebiet gab es am Freitag eine weitere gute Nachricht. Eine Bertelsmann-Tochter will in der ebenfalls vom Strukturwandel betroffenen Emscher-Lippe-Region investieren. Arvato baut für mehr als 30 Millionen Euro ein Warenverteilzentrum im Industriepark Dorsten/Marl. Hier sollen auf diese Weise fast 300 Arbeitsplätze entstehen. Der Bau des modernen Komplexes soll im März beginnen, wie das Unternehmen aus Gütersloh am Freitag mitteilte. Zunächst sollen auf dem zwölf Hektar großen Gelände drei Hallen und ein Bürogebäude entstehen.

Fast 70.000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Dienstleistungstochter des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann, etwa im digitalen Finanzsektor, im IT-Bereich oder digitalen Marketing. Welche Waren genau in dem neuen Zentrum verteilt werden, ist nach Angaben eines Sprechers noch offen.

(felt/dpa)
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