Größter Fall von Hedgefonds-Insiderhandel in USA: Börsenhändler ergaunerten 20 Millionen Dollar
zuletzt aktualisiert: 18.10.2009 - 12:52New York (RPO). In den USA ist der bisher größte Fall von Hedgefonds-Insiderhandel vor Gericht. Ein Fonds-Gründer und fünf Manager von Großkonzernen sind festgenommen und angeklagt worden. Im Zentrum des Skandals stehen der Milliardär Raj Rajaratnam, der als reichster Bürger Sri Lankas gilt.
Rajaratnam und sein Hedgefonds Galleon sowie zwei Manager des Hedgefonds New Castle, einer früheren Sparte der im vergangenen Jahr kollabierten Investmentbank Bear Stearns, stehen im Mittelpunkt der Klage. Zudem sind drei hochrangige Manager des IT-Konzerns IBM, der Unternehmensberatung McKinsey und des Chipgiganten Intel betroffen. Die Staatsanwaltschaft von Manhattan beschuldigt sie, über mehrere Jahre hinweg mehr als 20 Millionen Dollar an illegalen Profiten erwirtschaftet zu haben.
In zwei am Freitag bei einem New Yorker Bezirksgericht eingereichten Klagen wird allen sechs Wertpapierbetrug und Verschwörung zur Last gelegt. Zudem hat die US-Börsenaufsicht SEC eine Zivilklage gegen sie angestrengt. Nach Angaben der Behörde haben die Beschuldigten Insiderinformationen über zehn Unternehmen ausgetauscht. Dabei ging es unter anderem um Börsenschwergewichte wie den Internetkonzern Google, IBM, den Chipriesen Advanced Micro Devices (AMD), die Hotelgruppe Hilton und weitere Unternehmen. Ihnen drohen laut US-Medienberichten bis zu 20 Jahren Haft.
In einer der Klagen wird dem 52-jährigen Rajaratnam, der als reichster Bürger Sri Lankas gilt und auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, vorgeworfen, sich mit Intel-Mitarbeiter Rajiv Goel und McKinsey-Direktor Anil Kumar verschworen zu haben. Die mutmaßlichen Straftaten sollen seit Januar 2006 über einen Zeitraum von drei Jahren begangen worden sein.
In einer zweiten Klage werden drei weitere Personen - zwei führende New-Castle-Mitarbeiter und ein hochrangiger IBM-Manager - des Insiderhandels beschuldigt, mit dem sie Millionen Dollar an illegalen Profiten erwirtschaftet haben sollen. So soll der IBM-Manager unter anderem Insider-Informationen über ein IBM-Geschäft mit AMD weitergegeben haben.
In den Skandal verwickelt ist auch ein Analyst der Ratingagentur Moody's. Der an der Bewertung der Hilton-Gruppe beteiligte Mann habe die Insiderinformationen weitergegeben, dass Hilton an den Finanzinvestor Blackstone verkauft werde und wann die Transaktion voraussichtlich bekanntgeben werde, heißt es in einer Klageschrift.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
