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EU-Kommission
Telekom-Konzerne attackieren Google

Brief an Jean-Claude Juncker: Europäische Telekomindustrie will Hilfe gegen Google und Facebook
FOTO: ap
Exklusiv | Brüssel. Europäische Telekomkonzerne wollen Hilfe im Wettbewerb gegen amerikanische Internetriesen wie Facebook und Google. In einem Brief fordern sie die EU-Kommission zum Handeln auf. Dienste wie WhatsApp sollen für andere geöffnet, der Netzausbau von US-Konzernen mitfinanziert werden. Von Andreas Gruhn und Reinhard Kowalewsky

Die EU-Kommission soll globale Internet-Konzerne wie Google, Apple oder Facebook stärker regulieren und dazu verpflichten, Dienste wie WhatsApp oder Facebook für den Austausch mit anderen Diensten zu öffnen. Das fordern zehn bedeutende europäische Telekommunikationskonzerne in einem Schreiben an den neuen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, das unserer Zeitung vorliegt. Die Netzanbieter wollen zudem die US-Konzerne an den Kosten für die Infrastruktur beteiligen.

Zu den Unterzeichnern gehören Telekom-Chef Tim Höttges und Vodafone-Lenker Vittorio Colao. Auch die Chefs von Telecom Italia, Telefónica, Ericsson, Alcatel-Lucent, Liberty, Orange, Telenor und TeliaSonera haben unterschrieben.

In dem Brief fordern die Unternehmenschefs, "Asymmetrien zwischen den Richtlinien für Investoren in die europäische Infrastruktur und denen für globale Internet-Konzerne" abzubauen. US-Internetkonzerne wie Google und Facebook sollen in Europa nicht mehr Milliarden mit Diensten verdienen dürfen, die den europäischen Konzernen unter anderem wegen des hohen Datenschutzes verboten sind.

Außerdem soll die EU-Kommission für "Transparenz und Offenheit von Kommunikationsplattformen, Betriebssystemen und Suchmaschinen" einsetzen. Das würde den Internetkonzernen verbieten, dass Nutzer nur innerhalb eines geschlossenen Systems wie bei Facebook kommunizieren. Stattdessen müssten Facebook oder WhatsApp ihre Systeme ebenso gegenüber anderen Plattformen öffnen, wie die Telefonkonzerne ihre Netze untereinander für Sprache und für SMS verbinden. Facebook-Nutzer könnten dann direkt Nachrichten an Nutzer anderer Dienste senden.

Quelle: RP
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