Konten sollen geprüft werden: Britische Regierung lässt Rover-Pleite untersuchen
zuletzt aktualisiert: 16.04.2005 - 17:07London (rpo). Nach dem Scheitern der Übernahme-Verhandlungen mit einem chinesischen Investor hat die britische Regierung eine Untersuchung der Pleite des Autobauers MG Rover angeordnet. Laut Industrieministerin Patricia Hewit sollen die Konten des Autoherstellers und des Phoenix-Konsortiums geprüft werden, das den Autobauer im Jahr 2000 für symbolische zehn Pfund vom BMW-Konzern übernommen hatte.
Die britische Zeitung "The Guardian" hatte zuvor berichtet, seit dem Rückkauf seien Beträge in Höhe von rund 200 Millionen Pfund (290 Millionen Euro) aus den Büchern des Rover-Mutterhauses verschwunden.
Verhandlungen mit dem chinesischen Investor SAIC über eine mögliche Übernahme des britischen Autobauers waren am Freitag endgültig gescheitert. Eine Vertreterin des Industrieministeriums begründete dies dem "Guardian" zufolge damit, dass Rover in den Verhandlungen mit den Chinesen einen vollständigen Einblick in seine Bücher verweigert habe. Die nun angeordnete Untersuchung war nach dem Scheitern der Gespräche von den Oppositionsparteien im britischen Unterhaus beantragt worden.
Für den britischen Premierminister Tony Blair ist die Rover-Pleite drei Wochen vor den Parlamentswahlen ein schwerer Schlag, da an dem Unternehmen auch 18.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern hängen. Die Insolvenzverwalter kündigten am Freitag an, fast 5000 der 6100 Beschäftigten im Rover-Stammwerk Longbridge noch am Wochenende zu kündigen. Rover ist der letzte große unabhängige Autobauer in Großbritannien und stand schon mehrfach kurz vor der Pleite.
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