Strompreise immer höher: Brüderle: Kunden sollten Anbieter wechseln
zuletzt aktualisiert: 20.11.2009 - 07:00Hamburg/Passau (RPO). Trotz sinkender Großhandelspreise müssen Verbraucher immer mehr für Strom zahlen. Angesichts der deutlichen Preiserhöhungen fordert Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) Strom-Kunden zum Wechsel des Anbieters.
"Die Verbraucher sollten die angekündigten Strompreiserhöhungen zum Anlass nehmen, sich günstigere Stromanbieter zu suchen", sagte Brüderle dem "Hamburger Abendblatt" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. Dadurch könne der Wettbewerbsdruck auf die Stromwirtschaft erhöht werden.
Außerdem sieht der Wirtschaftsminister in den Preiserhöhungen einen Fall für die Wettbewerbskontrolle. Es stehe den Kartellbehörden frei, Untersuchungen einzuleiten oder eine Missbrauchskontrolle durchzuführen, sagte Brüderle.
Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Claudia Kemfert, sagte der "Passauer Neuen Presse" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht, der einzige Preistreiber bei Strom sei derzeit die Förderung erneuerbarer Energien. "Dieser Effekt rechtfertigt allerdings nur Preiserhöhungen von maximal bis zu fünf Prozent", fügte sie hinzu. Die angekündigten Steigerungen von teils zehn Prozent und mehr seien nicht nachzuvollziehen.
Im Prinzip müssten sinkende Großhandelspreise für Strom eher zu Preisnachlässen führen, erklärte Kemfert, zumal Erhöhungen der Großhandelspreise in der Vergangenheit auch immer flugs an die Kunden weitergegeben worden seien. "Der Wettbewerb im Strommarkt funktioniert noch längst nicht", urteilte Kemfert.
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