Rezession bestätigt: Bruttoinlandsprodukt geht um 0,5 Prozent zurück
zuletzt aktualisiert: 25.11.2008 - 10:48Wiesbaden (RPO). Die deutsche Wirtschaftsleistung ist erneut gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gab im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent nach. Damit bestätigte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden Vorabberichte von Mitte November über eine Rezession.
Während die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Monaten des Jahres noch um 1,4 Prozent gestiegen war, ging sie im zweiten Quartal um 0,4 Prozent zurück. Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal dieses Jahres wurde von 40,5 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 582 000 Personen oder 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Im Vergleich zum zweiten Quartal 2008 kamen von Juli bis September die positiven Wachstumsimpulse alleine aus dem Inland, wie die Behörde mitteilte. Die privaten Konsumausgaben hätten saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent zugenommen, während die Konsumausgaben des Staates um 0,8 Prozent höher gewesen seien.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes weiteten die Unternehmen im dritten Quartal ihre Lagerbestände erheblich aus. Die Exporte waren von Juli bis September 2008 um 0,4 Prozent niedriger als im Vorquartal, während die Importe um 3,8 Prozent zulegten. Im zweiten Quartal waren die Importe noch um 1,4 Prozent zurückgegangen.
Gegenüber dem Vorjahr nahm das BIP preisbereinigt um 1,3 Prozent und kalenderbereinigt um 0,8 Prozent zu. Den Statistikern zufolge hängt das damit zusammen, dass das dritte Quartal 2008 einen Arbeitstag mehr hatte als das Vorjahresquartal.
Bankvolkswirte fanden wenig Gutes in den neuen Daten. Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil sagte, die Haupttreiber des zurückliegenden Aufschwungs in Deutschland seien zur Bremse geworden. Dies seien "keine gute Vorzeichen für 2009". WestLB-Ökonom Arnd Schäfer verwies zum starken Importanstieg darauf, dass dieser wohl wegen der gesunkenen Rohstoffpreise zustande gekommen sei. "Wir gehen davon aus, dass die Unternehmen die nachgebenden Preise genutzt haben, um ihre Lager aufzustocken", sagte er.
Carsten Brzeski von der ING Bank zog hingegen einen - auch angesichts einer leichten Aufhellung des GfK-Konsumklimas - positiven Aspekt aus den Daten. "Es gibt die leichte Hoffnung, dass der deutsche Verbraucher in den kommenden Monaten im positiven Sinne überraschen könnte", sagte der Volkswirt. Deutschland sei zwar inmitten einer Rezession. "aber es gibt etwas Licht am Ende des Tunnels".
Rezession ist da
Das BIP sank im dritten Quartal zum zweiten Mal in Folge. Nach gängiger Definition ist die deutsche Konjunktur damit in der Rezession. Grund dafür sei vor allem eine starke Zunahme der Importe bei nachlassenden Exporten. Bank-Ökonomen erwarten für das vierte Quartal eine weitere Verschlechterung der Lage.
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