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Spitzelaffäre: Bsirske wirft Telekom Stasi-Methoden vor

zuletzt aktualisiert: 15.11.2008 - 11:46

Hamburg (RPO). Auch Ver.di-Chef Frank Bsirske wurde von der Telekom bespitzelt. Empört vergleicht er in einem Interview das Vorgehen des Konzerns mit Methoden der Stasi.

Der von der Deutschen Telekom bespitzelte Ver.di-Chef Frank Bsirske hat die Praktiken des Unternehmens als "durchaus mit Stasi-Methoden vergleichbar" kritisiert. Die verantwortlichen Telekom-Manager hätten nicht nur gegen geltendes Recht verstoßen und Persönlichkeitsrechte verletzt, sondern mit der Bespitzelungsaktion auch einen eklatanten Angriff gegen die Mitbestimmung und die Koalitionsfreiheit geführt, sagte Bsirske dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass die Spitzelaffäre immer größere Dimensionen annimmt. Nach Angaben der Bonner Staatsanwaltschaft sind mindestens 55 Personen betroffen, darunter Aufsichtsräte von Telekom und T-Mobile, ein Telekom-Vorstandsmitglied, Angehörige des Betriebsrats und weitere Mitarbeiter der Telekom sowie sieben Journalisten und "dem Konzernbereich nicht zuzuordnende Dritte". Dabei handelt es sich auch um Bsirske.

Schnelle Aufklärung gefordert

Bsirske sagte: "Dass unsere Vertreter in Tarifverhandlungen Managern gegenübersitzen, die möglicherweise Aufträge erteilt haben könnten, deren Telefonverkehr auszuwerten und zu protokollieren, ist einfach unerträglich." Der Ver.di-Chef forderte eine schnelle Aufklärung der Affäre. Sollte es Vorstände geben, die in die kriminellen Machenschaften involviert gewesen seien, müsse das natürlich Konsequenzen haben.

Die Telekom hatte Mitte Mai Strafanzeige erstattet, nachdem intern aufgedeckt worden war, dass 2005 und 2006 unter anderem Journalisten und Aufsichtsräte von der Konzernsicherheit bespitzelt worden waren. Die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft richteten sich vor allem gegen acht Personen, darunter den ehemaligen Telekom-Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke und den früheren Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel.

Bei der Durchsuchung zahlreicher Büros hatten die Ermittler Ende Mai nach eigenen Angaben zwei Lastwagenladungen an Unterlagen sichergestellt. Dem "Spiegel" zufolge verdichten sich inzwischen die Verdachtsmomente gegen Zumwinkel.

Quelle: ap

 
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