1,30 Euro pro Anteil: Bund drängt Aktionäre aus HRE
zuletzt aktualisiert: 21.08.2009 - 17:08München (RPO). Der Bund will die verbleibenden Hypo Real Estate-Aktionäre aus dem Unternehmen drängen. Sie sollen ihre Anteile gegen eine Abfindung von 1,30 Euro pro Stück abgeben. Der Bund will die ihm fehlenden 10 Prozent der Münchner Bank für 158 Millionen Euro übernehmen, wie der Bankenrettungsfonds SoFFin am Freitag mitteilte.
Die Beschlüsse dazu sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 5. Oktober getroffechzuführen", erklärte der Sprecher des SoFFin-Leitungsausschusses, Hannes Rehm.
Die Zwangsabfindung von 1,30 Euro errechne sich aus dem durchschnittlichen Börsenkurs der letzten drei Monaten, bevor der Bund den Squeeze-Out beantragt hatte, erklärte der SoFFin. Der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers ermittelte Unternehmenswert sei niedriger, deswegen werde der Börsenkurs herangezogen. Auch ein vom Landgericht München bestimmter Wirtschaftsprüfer habe bestätigt, dass die Abfindung angemessen sei.
Aktionärsschützer enttäuscht
Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zeigte sich über die Höhe der Abfindung enttäuscht. Mit Blick auf das Übernahmeangebot des Bundes vom Frühjahr 2009 von 1,39 Euro je Aktie sagte sie der AP: "Ich hätte schon erwartet, dass dieser Preis gezahlt wird." Ein solches Angebot hätte man unter dem Begriff "fair" werten können, meinte die Aktionärsschützerin. Den Minderheitsaktionären bleibe nun noch die Möglichkeit, die Höhe der Barabfindung prüfen zu lassen. Ein solcher Schritt sei bei Squeeze-Outs dieser Größenordnung durchaus üblich, sagte DSW-Sprecher Marco Cabras. Die Schutzvereinigung prüfe, ob man ihn einleiten solle.
Die HRE war im vergangenen Jahr im Zuge der Finanzmarktkrise in eine bedrohliche Schieflage geraten. Die Bank musste mit größtenteils staatlichen Bürgschaften über insgesamt 102 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Über eine Kapitalerhöhung steckte der Bund 3 Milliarden Euro direkt in den Konzern, weitere Hilfen werden nach Angaben des Managements notwendig sein.
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