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Bundesbank sieht Abwärtsspirale gebremst: Bund hält bereits 40 Prozent an HRE

zuletzt aktualisiert: 05.05.2009 - 13:59

München (RPO). Kleine Fortschritte bei der Rettung der maroden Hypo Real Estate: Die Pfandbriefbank hat im ersten Quartal zwar 382 Millionen Euro Verlust gemacht - aber das war weniger als von Experten erwartet. Und der Bund hat seinen Anteil an der HRE auf mindestens 40 Prozent erhöht und kann jetzt hoffen, die Bank auch ohne die umstrittene Enteignung zu verstaatlichen.

Das endgültige Ergebnis des Übernahmeangebots, das in der Nacht zum Dienstag ausgelaufen ist, will der Bankenrettungsfonds SoFFin erst am Donnerstag veröffentlichen. Auf der Hauptversammlung im Juni genügt eine einfache Mehrheit des anwesenden Grundkapitals, damit der Bund eine Kapitalerhöhung durchsetzen und US-Investor Christopher Flowers und die übrigen Aktionäre gegen Abfindung herausdrängen kann.

Bis Montagnachmittag nahmen 32,3 Prozent der Aktionäre das Angebot des Bundes an und verkauften ihm ihre Aktien für 1,39 Euro. Mit den bereits zuvor erworbenen Aktien kommt der Bund damit auf insgesamt 40,93 Prozent. Flowers will sein 14-Prozent-Paket behalten und gegen eine Enteignung klagen.

Die HRE hat im vergangenen Jahr 5,375 Milliarden Euro Verlust gemacht und wird derzeit nur mit Bundes- und Bankengarantien über 102 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im ersten Quartal machte die Bank 406 Millionen Euro Verlust vor Steuern an, unter dem Strich waren es mit einer Steuergutschrift noch 382 Millionen. Bundesbankpräsident Axel Weber sagte am Dienstag in München, es sei positiv, dass die Abwärtsspirale gebremst sei. Vorstandschef Axel Wieandt sagte, man mache "gute Fortschritte bei der Neuausrichtung des Konzerns".

Kapitalspritze dringend notwendig

Weil das Kreditvolumen schrumpfte, verbesserte sich die Kernkapitalquote minimal auf 3,5 Prozent. Damit liegt sie aber weiterhin deutlich unter der vorgeschriebenen Mindestquote von 4 Prozent und müsste eigentlich von der Bankaufsicht geschlossen werden. Die vom Bund angekündigte erste Kapitalspritze von bis zu 5,6 Milliarden Euro ist deshalb dringend notwendig. In Branchenkreisen wird mit einem Kapitalbedarf von 10 Milliarden Euro gerechnet.

Ursachen der Verluste im ersten Quartal waren eine deutlich höhere Risikovorsorge für Immobilienfinanzierungen in den USA, Abschreibungen bei Wertpapieren und Kosten für die Bürgschaften des Bundes. Das Neugeschäft mit Immobilienfinanzierungen belebte sich ganz schwach. Dagegen stieg der Zinsüberschuss dank niedrigerer Zinskosten deutlich auf 371 Millionen Euro. Die Verwaltungskosten sanken aufgrund geringerer Managerbezüge und eines Stellenabbaus - die Zahl der Mitarbeiter sank um 130 auf 1.656 Beschäftigte.

Bankenverband unterstützt Regierung

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) unterstützte die Regierungspläne. "Die Enteignung der HRE-Aktionäre kann nur Ultima Ratio sein, ist aber in diesem Fall ohne Alternative", sagte BdB-Präsident Andreas Schmitz der "Bild"-Zeitung. "Das Eingreifen des Staates in dieser außergewöhnlichen Situation war nötig, damit das Bankensystem insgesamt keinen Schaden nimmt." Ohne Staatshilfe wäre die Aktie kaum noch etwas wert.

Dagegen erwarten Anlegerschützer eine Flut von Klagen. Klaus Nieding von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte am Dienstag dem MDR, das Enteignungsgesetz verletze den Gleichheitsgrundsatz und sei deshalb verfassungswidrig. Er vertrete rund 100 Privataktionäre und institutionelle Investoren und prüfe, vor Gericht zu gehen. DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker sagte der "Thüringer Allgemeinen": "Es wird eine Klagewelle geben."

Quelle: AP

 
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