Bund kauft sich ein: Bund kauft 25 Prozent der Commerzbank
zuletzt aktualisiert: 08.01.2009 - 18:18Düsseldorf (RPO). Die Commerzbank ist künftig zu einem Viertel in staatlicher Hand. Der Bund hilft der zweitgrößten deutschen Privatbank mit einer weiteren Eigenkapitalspritze in Höhe von 10 Milliarden Euro. Mit dem Geld soll die Übernahme der Dresdner Bank abgesichert werden, die damit kurz vor dem Abschluss stehe.
Die neue Milliarden-Hilfe wird vom Banken-Rettungsfonds SoFFin bereitgestellt. Im Gegenzug stockt der Bund seinen Anteil auf 25 Prozent plus eine Aktie auf und verfügt damit über eine Sperrminorität, kann also Unternehmensentscheidungen blockieren. Die zuvor tief im Minus liegende Commerzbank-Aktie startete nach Bekanntwerden eine Aufholjagd.
Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank bereits eine Kapitalspritze in Höhe von 8,2 Milliarden Euro in Form einer stillen Einlage aus dem Sonderfonds erhalten. Mit den zusätzlichen Kapitalmaßnahmen werde die Commerzbank künftig eine Kernkapitalquote von 10 Prozent schaffen, hieß es in der Mitteilung. Die Bank solle damit die "erheblich gestiegenen Anforderungen an die Kapitalausstattung von Banken erfüllen".
Ministerium sieht "starkes Signal für starke Commerzbank"
Das Bundesfinanzministerium zeigte sich zufrieden: "Die Bereitschaft der SoFFin, die Commerzbank mit zusätzlichem Eigenkapital zu stärken, und die vorgesehene Beteiligung des Bundes mit 25 Prozent plus einer Aktie sind ein starkes Signal für eine starke Commerzbank", sagte Ministeriumssprecher Torsten Albig. Damit sei das Feld für eine erfolgreiche Zukunft der künftigen neuen und größeren Commerzbank bereitet.
Die Beteiligung des Bundes sei keine Teilverstaatlichung, "sondern Wahrnehmung unserer Verantwortung für einen der großen deutschen Akteure am Finanzmarkt", betonte der Sprecher. Wie die Commerzbank angab, will der SoFFin die zusätzlichen 10 Milliarden Euro Eigenkapital durch eine Emission von 295 Millionen Stück Stammaktien sowie eine stille Einlage in Höhe von rund 8,2 Milliarden Euro bereitstellen.
Zusätzlich will die Allianz als bisherige Mutter der an die Commerzbank verkauften Dresdner Bank die Kapitalausstattung ihrer bisherigen Tochter mit einer stillen Einlage in Höhe von 750 Millionen Euro stärken, wie das Institut mitteilte. Außerdem werde man verbriefte Wertpapiere der Dresdner für etwa 1,1 Milliarden Euro übernehmen. Deren Eigenkapitalanforderungen würden damit um 700 Millionen Euro entlastet.
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