Wirtschaftskrise: Bund plant Einstieg ins Kreditsicherungsgeschäft
zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 - 07:32Düsseldorf (RPO). Die Bundesregierung plant angesichts der Wirtschaftskrise den Einstieg in den milliardenschweren Markt für Kreditversicherungen. Grund für das staatliche Engagement sei das stark zurückgegangene Geschäft der großen Kreditversicherer in Deutschland.
Das geht aus einem Schreiben von Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba vom 8. April hervor, das dem "Handelsblatt" vorliegt. Dieses ist den Angaben zufolge innerhalb von vier Monaten um 23 Milliarden Euro, rund neun Prozent des Gesamtvolumens, eingebrochen. Bei einem nicht versicherten Zahlungsausfall des Geschäftspartners droht kapitalschwachen Firmen im schlimmsten Fall die Pleite.
Der Bund verstärke mit dem geplanten Einstieg in das Versicherungsgeschäft seine Anstrengungen, den stockenden Geldfluss zwischen Banken und der Wirtschaft in Gang zu bringen.
Sei es bislang vor allem um die finanzielle Stützung der angeschlagenen Kreditinstitute und eine reibungslose Kreditvergabe für Firmen gegangen, rücke jetzt verstärkt die Absicherung von geschäftlichen Forderungen der Unternehmen in das Blickfeld der Regierung, heißt es in dem Bericht weiter.
Die Bundesregierung verhandelt dem Blatt zufolge seit geraumer Zeit mit den großen Versicherungsgesellschaften über mögliche Lösungen. Marktbeobachter gehen jetzt davon aus, dass für den Bund drei Varianten für den Einstieg in das Kreditversicherungsgeschäft praktikabel sind. Er könnte zum einen als Rückversicherer auftreten. Dieses Modell entspricht den Hermes-Bürgschaften für Exportgeschäfte.
Als zweite Möglichkeit seien Finanzmittel aus dem milliardenschweren Wirtschaftsfonds Deutschland im Gespräch. Zuletzt könnte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit eigenen Versicherungspolicen stabilisierend neben den privaten Versicherungen agieren.
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