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Beteiligung wird geprüft: Bund will auch bei Hypo Real Estate einsteigen

zuletzt aktualisiert: 14.01.2009 - 16:40

Berlin (RPO). Der Bund will nach der Beteiligung bei der Commerzbank nun womöglich auch beim kriselnden Finanzkonzern Hypo Real Estate (HRE) einsteigen. Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig, erklärte am Mittwoch in Berlin, HRE sei Teil des Rettungsschirms, den die Regierung für die Banken aufgespannt habe.

Wie "Süddeutsche Zeitung" und "Bild" berichteten, erwägt der Staat sogar, die HRE mehrheitlich zu übernehmen. Der Konzern habe mehrfach erklärt, dass er mit dem staatlichen Banken-Rettungsfonds SoFFin über Kapitalbeteiligungen verhandele, erklärte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig, am Mittwoch in Berlin. Die Verhandlungen seien aber offensichtlich noch nicht abgeschlossen.

Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf Finanz- und Ministeriumskreise, es sei eine direkte Beteiligung von bis zu zehn Milliarden Euro im Gespräch. Es sei denkbar, dass der Bund eine Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie an der HRE bekomme. Damit wolle er die erfolgreiche Sanierung der Bank sicherstellen.

Ein HRE-Sprecher wollte die Berichte nicht kommentieren. Zu Wochenbeginn hatte die Bank erklärt, Gespräche mit dem SoFFin "über die Gewährung längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Liquiditäts- und Kapitalunterstützung der Gruppe dauern weiter an".

"Es gibt keine Beteiligung aktuell, sondern Richtung Hypo Real Estate nur Garantien", erklärte Ministeriumssprecher Albig. Beschlossen sei dagegen, dass der Staat sich an der Commerzbank beteilige, sobald die Gremien und Organe der Bank zugestimmt hätten.

Entscheidung nicht mehr in dieser Woche

Wie die "SZ" unter Berufung auf Bundestagskreise berichtete, soll der Einstieg des Staates bei der HRE im Prinzip feststehen. Zwischen Regierung, Bankenaufsicht und anderen Beteiligten werde noch die Höhe des Engagements diskutiert. Mit einer Entscheidung sei aber nicht mehr in dieser Woche zu rechnen.

Grund für die Überlegung, die Mehrheit an der HRE zu übernehmen, sei der immense Kapitalbedarf, der es für den Bund nicht nicht mehr rechtfertigen würde, sich mit einem Minderheitsanteil zu begnügen, berichtete das Blatt.

Die bisherigen Garantien und Kreditlinien in Höhe von bereits 80 Milliarden Euro reichten nicht aus. Nun werde erwogen, die HRE zu übernehmen und anschließend aufzuspalten, weil sie in der jetzigen Form womöglich nicht mehr zu halten sei. Ziel aller Bemühungen sei eine "geordnete Abwicklung" der HRE, die freilich Jahre oder gar Jahrzehnte dauern könne, berichtete die Zeitung.

Großaktionär Flowers müsste Einstieg des Staates zustimmen

In Finanzkreisen gelte es als unwahrscheinlich, dass HRE-Großaktionär Flowers den Einstieg des Bundes über die Hauptversammlung blockieren würde, schrieb die "SZ" weiter. "Es besteht die Hoffnung, dass sich ein Einstieg des Staates mittelfristig stabilisierend auf den Aktienkurs auswirken wird. Und Flowers kann zurzeit nur darauf warten, dass sich der Aktienkurs wieder ein wenig erholt", zitierte die Zeitung aus Finanzkreisen.

Die Bank ist unter anderem wegen schief gegangener Immobilien-Spekulationen auf Unterstützung von Staat und Banken angewiesen und hat bisher Hilfen und Garantien in Höhe von 80 Milliarden Euro erhalten. Infolge der Krise will die Bank von 1.800 Stellen 1.000 streichen.

Quelle: AP

 
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