Finanzkrise: Bundesbank-Chef geht mit Bankern ins Gericht
zuletzt aktualisiert: 02.04.2008 - 07:32Berlin (RPO). Axel Weber, Präsident der Deutschen Bundesbank, sieht bei der internationalen Finanzkrise noch keinen Anlass zur Entwarnung. Die Vertrauenskrise sei noch nicht überstanden, sagte er einer Zeitung. Die Vorstände der großen Banken hätten leiuder viel davon verspielt.
Die internationale Finanzkrise sein noch nicht ausgestanden, sagte Weber der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) sagte Weber: "Es ist noch zu früh, Entwarnung zu geben. Die Vertrauenskrise ist noch nicht überstanden. Solange der Preisverfall am US-Immobilienmarkt anhält, muss mit weiteren Turbulenzen gerechnet werden."
Weber forderte die Vorstände der großen Banken auf, daran zu arbeiten, das verloren gegangene Vertrauen der Märkte wieder zurückzuerlangen. "Es ist leider viel Vertrauen verspielt worden. Das gilt es schnellstens zurückzugewinnen. Das wirksamste Rezept ist Offenlegung der Risiken und Transparenz an den Finanzmärkten", sagte Weber.
National wie international seien zuallererst die Banken selbst gefordert. "Banken, die hohe Risiken eingegangen sind, müssen ihre Verluste offenlegen. Die Eigentümer dieser Banken, egal ob staatlich oder privat, müssen diese Verluste tragen, sonst werden keine Lehren aus der Krise gezogen", sagte der Bundesbank-Chef der Zeitung.
Weber warnte gleichzeitig vor einem übereilten Eingreifen des Staates: "Allgemein ist der Staat nur dann gefordert, wenn es darum geht eine Krise des Gesamtsystems abzuwenden. Unser deutsches Finanzsystem ist im Kern jedoch robust."
Zudem zeigt Weber sich besorgt über die hohe Inflationsrate im Euroraum. Eine Teuerungsrate über zwei Prozent sei auf längere Sicht nicht akzeptabel, sagte Weber dem Blatt: "Wir müssen das sehr genau beobachten, und falls nötig, als Zentralbank gegensteuern, damit sich der erhöhte Preisauftrieb nicht verfestigt."
Wichtig für den weiteren Konjunkturaufschwung sei es, dass die Kaufkraft der Bürger erhalten bleibe. In diesem Zusammenhang wies Weber Darstellungen zurück, der Aufschwung komme nicht bei den Bürgern an: "Die Bürger profitieren sehr wohl vom Aufschwung. Die Masseneinkommen steigen, und in den letzten zwei Jahren haben in Deutschland wieder 1,6 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz gefunden."
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