Strippenzieherin Merkel: Bundesbank-Chef wird offenbar EZB-Präsident
zuletzt aktualisiert: 06.02.2010 - 10:52Düsseldorf (RPO). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einem Magazinbericht zufolge Bundesbank-Präsident Axel Weber den Weg an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) geebnet.
Vor dem informellen EU-Gipfel am Donnerstag habe sie eine breite Mehrheit für den portugiesischen Kandidaten Vítor Constancio für den Posten des EZB-Vizepräsidenten gesichert, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Samstag unter Berufung auf Notenbankkreise.
Damit werde Webers einziger Konkurrent für den Spitzenposten in der EZB, der Italiener Mario Draghi, aus dem Rennen geworfen. Seit Wochen werde darüber spekuliert, dass der Südländer Draghi chancenlos ist, wenn der Vizeposten an Constancio geht.
Offiziell entscheiden die EU-Finanzminister bei ihrem Treffen am 15. und 16. Februar über die Besetzung des Vizepostens. Die Entscheidung über die Nachfolge des amtierenden EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet fällt formal zwar erst nächstes Jahr. Die Wahl von Constancio würde aber Bundesbank-Präsident Weber den Aufstieg an die Spitze der EZB sichern.
Merkel habe für ihre Personalplanung die Unterstützung Frankreichs, schrieb das Magazin weiter. Mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy habe sie einen Deal abgeschlossen, nachdem Frankreich auch nach dem Abgang Trichets im EZB-Direktorium vertreten sein soll und die im kommenden Jahr scheidende Österreicherin Gertrude Tumpel-Gugerell beerben soll.
Der Posten stünde zwar einem kleinen Land zu, aber offenbar habe Merkel ausreichend Unterstützung für ihre Personalplanung gefunden, um eine breite Mehrheit zu organisieren.
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