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Kritik aus der Politik: Bundesbank will Rentenalter auf 69 erhöhen

zuletzt aktualisiert: 21.07.2009 - 08:50

Berlin (RPO). Gegen die Rente mit 67 Jahren regt sich bereits Widerstand - jetzt setzt die Bundesbank noch einen drauf: Sie fordert, das Renteneintrittsalter auf 69 Jahre anzuheben. Nur so könne bei steigendem Lebensalter die junge Generationen nicht überfordert und eine gewisse Rentenhöhe garantiert werden.

Die Erhöhung des Rentenalters hatte die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht wegen der weiteren Alterung der Bevölkerung ins Gespräch gebracht - allerdings in einem Zeitrahmen bis 2060.

Bereits im April forderte die Bundesbank wegen der steigenden Lebenserwartung, das Eintrittsalter ab 2029 schrittweise auf 68,5 Jahre anzuheben. Bereits beschlossen ist, dass bis 2029 das gesetzliche Rentenalter von 65 schrittweise auf 67 Jahre erhöht wird.

Die Bundesbank hat mit ihrem Vorstoß zur weiteren Erhöhung des Rentenalters auf mindestens 69 Jahre erheblichen Wirbel ausgelöst. "Die Bundesbank sollte sich lieber um eine verbesserte Bankenaufsicht kümmern, als die Bürger mit solchen Parolen zu verunsichern", kritisierte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel in der "Berliner Zeitung" vom Dienstag. "Die Bundesbank-Forderung geht an der Lebenswirklichkeit total vorbei."

Niebel schlug vor, den Übergang in den Ruhestand vor dem Hintergrund erworbener Anwartschaften und Versorgungen flexibel zu gestalten. Ab dem 60. Lebensjahr sollten die Versicherten Zeitpunkt und Umfang ihres Renteneintritts bei versicherungsmathematisch korrekten Zu- und Abschlägen selbst wählen können. Zudem sollen alle Zuverdienstgrenzen neben dem Rentenbezug abgeschafft werden.

Auch die Spitzenkandidatin der Grünen, Renate Künast, kritisierte die Bundesbank. "Spekulationen über die Höhe des Rentenalters in fünfzig Jahren sollte die Bundesbank tunlichst unterlassen. Sie schaffen nur zusätzliche Verunsicherung", sagte Künast der "Berliner Zeitung". "Die Bundesbank wäre gut beraten, ihr Kerngeschäft zu erledigen und sich um die Sicherheit des Bankensystems zu kümmern."

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Kritik der Gewerkschaft

Die Gewerkschaft Verdi sowie der Sozialverband VDK haben empört auf den Vorschlag der Bundesbank reagiert: "Ich halte das für einen Witz", sagte das Mitglied im Verdi-Bundesvorstand, Elke Hannack, der "Berliner Zeitung". "Das ist der dümmste Vorschlag, den ich in den letzten Jahren gehört habe." Würde er umgesetzt, wäre das "sozialpolitischer Raubbau an unserer Gesellschaft."

Die Präsidentin des Sozialverbandes VDK, Ulrike Mascher, sagte, es sei müßig darüber zu spekulieren, welche Erfordernisse 2060 an die Rentenversicherung gestellt werden müssten. Dies hänge entscheidend von der Situation am Arbeitsmarkt ab. Bevor über die Rente mit 69 gesprochen werden könne, müssten zunächst die Bedingungen für eine "altersgerechte Arbeitsorganisation" geschaffen werden. Dazu gehörten zum Beispiel die Fortbildung auch älterer Arbeitnehmer und die Gesundheitsprävention. Mascher wies daraufhin, dass heute das tatsächliche Renteneintrittsalter noch deutlich unter 65 Jahren liege.

Auch der Vorsitzende des Sozialverbands SoVD, Adolf Bauer, rügte den Vorstoß scharf. "Wer die Lücke zwischen Berufsaustritt und Renteneintritt noch künstlich erhöht, kann damit nur Schaden anrichten", sagte er. Auf diese Weise würden Jung und Alt weiter verunsichert.

Quelle: AP/top

 
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