| 16.07 Uhr

Unerlaubte Preisabsprachen
Kartellamt verhängt Millionenbußen – P&C zieht Konsequenzen

Bundeskartellamt verhängt Geldbußen gegen Wellensteyn und Peek & Cloppenburg
Ein Ladengeschäft der Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg (Symbolbild). FOTO: dpa, sts pzi fgj vge
Düsseldorf. Die Textilfirmen Peek & Cloppenburg Düsseldorf und Wellensteyn sollen unerlaubte Preisabsprachen getroffen haben. Das Bundeskartellamt verhängt deshalb Millionen-Geldbußen gegen sie. P&C reagiert und gelobt Besserung. Von Thorsten Breitkopf

Die beiden Unternehmen müssen zusammen 10,9 Millionen Euro Strafe zahlen, wie das Bundeskartellamt mitteilte. "Wellensteyn hat den Händlern Mindestverkaufspreise vorgegeben sowie Preisreduzierungen und den Internetvertrieb untersagt. Wich ein Händler davon ab, wurden Liefersperren angedroht und in einer Reihe von Fällen auch umgesetzt", sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. 

P&C Düsseldorf habe sich auf diese Vorgaben eingelassen und darüber hinaus "Wellensteyn auch selbst dazu aufgefordert, gegen Preisunterschreitungen durch andere Händler vorzugehen", sagte Mundt weiter. Es gebe Hinweise darauf, dass solche und ähnliche Preisbindungspraktiken in der Textilbranche über den vorliegenden Fall hinaus Bedeutung haben könnten. "Das wären klare Verstöße gegen das Kartellverbot", so der Präsident der Kartellbehörde.

Die Geschäftsführung von P&C in Düsseldorf bestätigte den Ausgang des Verfahrens. Von den knapp elf Millionen Euro Strafe trage die Düsseldorfer Modekette rund acht Millionen Euro, teilte das Unternehmen unserer Redaktion mit.

P&C will Mitarbeiter sensibilisieren

"Bei der Bemessung des Bußgelds wird insbesondere der Gesamtumsatz des jeweiligen Unternehmens berücksichtigt. Bedingt durch den erheblich größeren Gesamtumsatz von P&C fiel die Einzelbuße gegen P&C daher im Verhältnis zur Einzelbuße des Herstellers deutlich höher aus", sagte ein Sprecher von P&C. Das Unternehmen habe das Bundeskartellamt bei der Aufklärung des Falles unterstützt und kooperiert. "So konnte eine einvernehmliche Beendigung des Verfahrens erreicht werden."

Bei Peek & Cloppenburg gelobt man Besserung. So würden insbesondere die Mitarbeiter im Einkauf nun Schulungen erhalten, um für Vereinbarungen mit Lieferanten zu sensibilisiert zu werden.

Der Hersteller Wellensteyn mit Sitz in Norderstedt (Schleswig-Holstein) wollte sich nicht weiter äußern. Die unabhängige Handelskette P&C Hamburg ist von der Entscheidung des Kartellamtes nicht betroffen.

 
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