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Bundeswehr
Neue Probleme mit Militärflieger A400M

Bundeswehr: Neue Probleme mit Militärflieger A400M
FOTO: dpa, hoh soe
Berlin . Der Militärtransporter A400M soll veraltete Transall-Flieger ersetzen. Doch der Flieger hat technische Mängel. Hersteller Airbus gibt sich gelassen. Die Auswirkungen sind noch unklar.

Die pannenreiche Geschichte des Transportflugzeugs A400M ist um ein Kapitel reicher: Hersteller Airbus stellte Probleme mit dem Propellergetriebe fest, wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Freitag in Berlin sagte. "Das sind keine guten Nachrichten."

Probleme mit dem Transporter sind dem Verteidigungsministerium nicht neu: Der A400M soll die in die Jahre gekommenen Transall-Maschinen der Bundeswehr ersetzen. Das neue Transportflugzeug war 2003 von den Nato-Staaten Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und der Türkei gemeinsam in Auftrag gegeben worden. Wegen technischer Probleme und unterschiedlicher Wünsche der Länder verzögerte sich die eigentlich für 2011 geplante Auslieferung des Flugzeugs jedoch erheblich.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen 

Aufgrund der neuen Probleme mit dem Propellergetriebe ordnete die europäische Flugsicherheitsagentur dem Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums zufolge zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen und zusätzliche regelmäßige Überprüfungen der in den Flugzeugen verbauten Triebwerke an. Die Probleme und Ursachen dafür werden demnach derzeit durch den italienischen Hersteller der Getriebe analysiert. "Sollte es jetzt dazu kommen, dass Triebwerke im Rahmen der Überprüfung beanstandet werden, so werden diese kostenfrei repariert", sagte der Sprecher.

Zu den Mängeln am Propellergetriebe gehörten der "Bild"-Zeitung zufolge unter anderem Materialverschleiß sowie mangelnde Hitzebeständigkeit. Einzelne Bestandteile wie beispielsweise die Zahnräder enthielten zudem Materialfehler. Dieser Mangel habe dazu geführt, dass sich bei einer britischen A400M-Maschine während eines Flugs ein Triebwerk ausgeschaltet habe.

Verzögerung bei Auslieferung möglich 

Bei den drei deutschen Maschinen sei dies noch nicht passiert, berichtete das Blatt weiter. Die Probleme werfen jedoch die Frage auf, ob sich nun die Auslieferung der neun neuen A400M-Maschinen verzögert, die die Bundeswehr laut "Bild"-Zeitung in diesem Jahr erhalten sollte.

Es gebe noch keine Lieferplanung für 2016, sagte der Ministeriumssprecher dazu lediglich. "Zurzeit läuft das gesamte Analyseverfahren. Ob es dadurch zu Auswirkungen auf Lieferungen kommt, kann ich derzeit nicht sagen." Aufgrund der verzögerten Lieferung befindet sich das Verteidigungsministerium bereits im Gespräch mit Airbus über Kompensationszahlungen.

(crwo/AFP)
 
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