Appell an HSH-Nordbank-Chef: Carstensen legt Verzicht auf Bonus nahe
zuletzt aktualisiert: 26.07.2009 - 11:38Berlin (RPO). Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen, hat an den HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher appelliert, auf seine umstrittene Bonuszahlung von 2,9 Millionen Euro freiwillig zu verzichten.
Das habe er Nonnenmacher in einem Telefonat nahegelegt, sagte Carstensen am Sonntag im Deutschlandfunk. Zwar habe Nonnenmacher einen vertraglichen Anspruch auf das Geld, "aber eine moralische Rechtfertigung für diese Zahlung gibt es im Moment nicht". Denkbar sei auch, den Bonus nur dann zu zahlen, wenn die HSH Nordbank wieder bessere Ergebnisse erziele. Im Streit um die Umstände der Bonus-Gewährung war die große Koalition in Kiel zerbrochen.
Sparbeschlüsse angekündigt
Carstensen kündigte für den Fall seiner Wiederwahl harte Sparbeschlüsse und schmerzhafte Entscheidungen an. Die Wirtschaftskrise führe gerade in Schleswig-Holstein zu dramatisch einbrechenden Steuereinnahmen. Das habe gerade für einen kleinen Haushalt wie den seines Bundeslands Konsequenzen.
Der Kieler Regierungschef bestritt, dass er die verloren gegangene Vertrauensabstimmung am Donnerstag absichtlich herbeigeführt habe. Die CDU habe sich der Stimme enthalten und nicht mit "Ja" gestimmt, weil es um das Vertrauen in die gesamte Regierung und nicht nur in den Ministerpräsidenten gegangen sei. Deswegen empfinde er die Stimmenthaltung der eigenen Fraktion als nicht ungewöhnlich.
Bedauern über die Entlassung der SPD-Minister
Carstensen bedauerte die Umstände, wie er die vier Minister der SPD entlassen habe. Er schätze die "Ministerkollegen und Ministerinnenkollegen der SPD immer noch außerordentlich, persönlich wie fachlich". Carstensen räumte ein, die vier SPD-Minister hätten eine würdigere Verabschiedung verdient gehabt.
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