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Unternehmen
Chinesen kaufen KraussMaffei für Rekordpreis

München. KraussMaffei wird chinesisch. Der Maschinenbauer aus München wird künftig Teil des größten Cheminekonzerns Chinas. Das Unternehmen ChemChina kaufte KraussMaffei für 925 Millionen Euro vom kanadischen Konzern Onex, wie am Montag bekannt wurde.

Das ist die teuerste Übernahme eines chinesischen Unternehmens in Deutschland, die es jemals gab. Der Chemiekonzern ChemChina kündigte am Montag in München an, dass die Standorte der Gruppe erhalten bleiben. Zudem sollen Stellen geschaffen werden. Arbeitnehmervertreter und IG Metall begrüßten daher den Eigentümerwechsel. KraussMaffei stellt Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Gummi und Kunststoff her. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt 4500 Mitarbeiter - davon 2800 in Deutschland. Der Umsatz hatte 2014 zirka 1,1 Milliarden Euro betragen und dürfte im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent gestiegen sein.

Der Kunststoffmaschinen-Hersteller KraussMaffei blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das 1838 gegründete "Eisenwerk Hirschau" in München-Schwabing baute zunächst Lokomotiven. Nach dem Zusammenschluss mit weiteren Familienunternehmen gehörten später auch Panzer, Zentrifugen, Busse sowie erste Vorläufer der Kunststoffmaschinen zu den Produkten. Die Rüstungssparte ging schließlich in das Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann über, das völlig unabhängig von dem Maschinenbauer arbeitet.

KraussMaffei ist einer der führenden Anbieter von Maschinen für die kunststoffverarbeitende Industrie. Konkurrenten sind etwa Japan Steel Works, Husky aus Kanada und das österreichische Unternehmen Engel. Zu den Kunden gehören Anbieter aus der Automobil-, Bau- und Konsumgüterindustrie. An mehr als zehn Produktionsstandorten beschäftigt das Unternehmen insgesamt rund 4500 Mitarbeiter, davon 2800 in Deutschland. Der Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2014 dürfte im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent gestiegen sein. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag zuletzt bei rund 140 Millionen Euro.

Chinesische Unternehmen sind seit einigen Jahren in Deutschland auf Einkaufstour. 2014 etwa übernahm die staatliche Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China den deutschen Autozulieferer Hilite für 473 Millionen Euro. Zwei Jahre zuvor stieg der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

 

(kl / dpa)
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