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Zerstörungen der Umwelt: Chevron soll Milliarden zahlen

zuletzt aktualisiert: 15.02.2011 - 13:23
In Ecuador schwimmen Kinder in einem Fluss über dem eine Öl-Pipeline verläuft.  Foto: AP, AP
In Ecuador schwimmen Kinder in einem Fluss über dem eine Öl-Pipeline verläuft. Foto: AP, AP

Quito (RPO). Wegen umfangreicher Umweltschäden im Regenwald ist das US-Ölunternehmen Chevron von einem Gericht in Ecuador zu einer Entschädigungszahlung von mindestens 8,6 Milliarden Dollar verurteilt worden. Das Urteil ist das Ergebnis einer Sammelklage, mit der die Interessen von 30.000 Menschen vertreten wurden, die unter der von Ölbohrungen ausgelösten Verschmutzung des Regenwaldes im Norden des Landes litten.

Von 1972 bis 1990 förderte ein durch Texaco geführtes Konsortium in diesem Gebiet Öl. Chevron kaufte Texaco 2001 auf. Der klageführende Anwalt Pablo Fajardo lobte das Urteil am Montag, nannte die Summe jedoch zu gering. Die Kläger wollten vermutlich Rechtsmittel einlegen, sagte er. Die Umweltgruppen Amazon Watch und Rainforest Action Network begrüßten das Urteil. Es sei Zeit, dass Chevron die desaströse Verschmutzung in Ecuador beseitige, erklärten die Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung. Ein vom Gericht angefragter Experte hatte eine Entschädigungszahlung von 27,3 Milliarden Dollar empfohlen.

Jagd- und Fischgründe vergiftet

In dem Fall hatten unter anderem Volksgruppen Klage erhoben und erklärt, dass deren Jagd- und Fischgründe im Amazonas durch vergiftete Abwässer verseucht worden seien. Dies habe auch zu einem Anstieg an Krebserkrankungen geführt.

Urteil nicht rechtmäßig

In einer Mitteilung von Chevron vom Montag hieß es, das Urteil sei nicht rechtmäßig und nicht vollstreckbar. Das Unternehmen werde die Entscheidung anfechten. Der Fall beschäftigt Gerichte in den USA und Ecuador seit 17 Jahren. Chevron hat erklärt, das Unternehmen habe in Ecuador keine Chance auf einen fairen Prozess. In einer Stellungnahme sagte Chevron-Sprecher Kent Robertson der Nachrichtenagentur AP, die Beweislast für betrügerisches Verhalten der Anwälte der Kläger sei erdrückend.

Eine Vereinbarung, die Texaco 1998 nach einer 40 Millionen Dollar teuren Säuberungsaktion mit Ecuador getroffen hat, stellt Chevron nach Ansicht des Unternehmens von jeglicher juristischer Verantwortung frei.

Milliardenbeträge für Gesundheit

Nach dem Urteil vom Montag hat Chevron nun 60 Tage Zeit, um in Ecuador ein Treuhandkonto einzurichten, aus dem die Entschädigungszahlungen ausgezahlt werden sollen. Demnach sollen sechs Milliarden Dollar (rund 4 Milliarden Euro) an Strafgeldern in die Säuberung von Wasser und Boden fließen. Chevron muss 1,4 Milliarden Dollar für die Schaffung eines Gesundheitssystems und weitere 800 Millionen Dollar für die Ausarbeitung einer Gesundheitsvorsorge sowie zur Behandlung von Krebspatienten bereitstellen.

Quelle: AFP/dapd
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