Nach Rückruf-Skandalen: China: Hunderte Spielzeugfabriken vor dem Bankrott
zuletzt aktualisiert: 04.01.2008 - 07:51Hongkong (RPO). Der Skandal um gefährliches Spielzeug aus China hat schwerwiegende Folgen für die Branche: Nach den millionenfachen Rückrufen droht nun nach Angaben eines Branchensprechers hunderten Spielzeugherstellern der Bankrott.
Die Kosten zur Qualitätsprüfung hätten sich seit den Skandalen teils versechsfacht, sagte Lawrence Chan, der Vorsitzende des Hongkonger Spielzeugverbands. Zusammen mit den steigenden Löhnen in Chinas Spielzeugfabriken und höheren Rohstoffkosten dürften die Kosten der Herstellung im Jahr 2008 um 15 Prozent höher liegen als im Vorjahr, sagte Chan.
Hunderten Spielzeugfabriken drohe dann die Pleite. Vor allem kleinere und mittelgroße Betriebe seien bedroht, weil sie sich aus Sorge um die Qualität der chinesischen Produkte stärker an große Unternehmen hielten. In Hongkong findet in der kommenden Woche die größte Spielzeugmesse Asiens statt. Die heimischen Hersteller wollen dort auch ihr angeschlagenes Image wieder aufpolieren.
In den vergangenen Monaten waren in Deutschland, den USA und anderen Ländern in einer Serie von Rückrufen Millionen von Spielwaren chinesischer Herkunft aus den Regalen geholt worden. China ist der weltgrößte Spielzeugexporteur.
Der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) hatte schon Anfang November davor gewarnt, dass deutsche Verbracher in diesem Jahr rund zehn Prozent mehr für Spielzeug bezahlen müssen. Auch der Verband hatte höhere Kosten für Qualitätsprüfung, Löhne und Rohstoffe dafür verantwortlich gemacht.
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