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Treffen des DaimlerChrysler-Aufsichtsrates in New York geplant: Chrysler-Chef Schrempp unter Druck

zuletzt aktualisiert: 25.04.2004 - 15:20

Frankfurt/Main (rpo). Der Rückzug von DaimlerChrysler bei seinem angeschlagenen Partner Mitsubishi wird für den Chef des Stuttgarter Autokonzerns Jürgen Schrempp immer mehr zur Sackgasse. Aktionärsschützer sehen ihn als Belastung für den Konzern.

Der Direktor der Fondsgesellschaft Deka Investment, Michael Schneider, forderte Schrempp zum Rücktritt auf. Unterdessen berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" von einem Treffen des DaimlerChrysler-Aufsichtsrates am kommenden Donnerstag in New York. Dabei gehe es um eine neue Asien-Strategie sowie um die Zukunft von Schrempp.

Schneider sagte dem "Handelsblatt" (Montagausgabe), Schrempp müsse die Konsequenzen aus dem fehlgeschlagenen Mitsubishi-Engagement ziehen. Das habe Schrempp auch von seinem Vorgänger Edzard Reuter verlangt. Der Konzern habe in den vergangenen fünf Jahren 40 Milliarden Euro Börsenkapitalisierung verloren. "Natürlich kann man da die Frage stellen, ob derjenige, der das zu verantworten hat, daraus die Konsequenzen ziehen soll. Meine persönliche Antwort darauf lautet: Ja", wurde Schneider zitiert. Zugleich begrüßte Schneider die Entscheidung von DaimlerChrysler: "Es ist der richtige Schritt in die richtige Richtung. Besser es passiert spät als nie"

Auch der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, übte heftige Kritik an Schrempp. "Schrempp ist stark angeschlagen", zitierte ihn der Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Der Rückzug von Mitsubishi sei das Ende von Schrempps Vision, einen Weltkonzern zu schmieden. "Schrempp steht unter gewaltigem Druck und arbeitet jetzt nur noch daran, seine eigene Reputation zu retten", wurde Hocker weiter zitiert. Ob der Manager es schaffe, bis 2008 - dem Auslaufen seines Vertrags - im Amt zu bleiben, sei fraglich.

Kritik am bisherigen Management von Mitsubishi kam vom Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer. Es sei ihm unbegreiflich, wie der Schrempp-Vertraute und Mitsubishi-Manager Rolf Eckrodt die Risiken so lange habe ignorieren können, sagte er dem "Tagesspiegel" (Samstagausgabe). Dudenhöffer glaubt allerdings nicht, dass sich DaimlerChrysler tatsächlich von der Idee der Welt AG verabschiedet. "Was mit den Anteilen von DaimlerChrysler an Mitsubishi passiert, ist ja offen. Womöglich will DaimlerChrysler zusätzlichen Druck auf die japanische Regierung und die übrigen Mitsubishi-Aktionäre ausüben", wurde der Experte zitiert. DaimlerChrysler hatte überraschend angekündigt, Mitsubishi Motors kein Geld mehr zur Verfügung zu stellen. Der japanische Autokonzern soll Gerüchten zufolge mehr als 5 Milliarden Euro benötigen.

Aus aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Mitsubishi-Präsident Eckrodt, der im Sommer in den Ruhestand geht, ist offenbar der Manager von Mitsubishi Heavy Industries, Yoichiro Okazaki, im Gespräch. Dies berichtete die japanische Zeitung "Mainichi" am Samstag. Die japanischen Hauptgesellschafter von MCC - neben Mitsubishi Heavy Industries auch die Mitsubishi-Handelsgesellschaft und Bank of Tokio-Mitsubishi - hatten einen neuen Sanierungsplan innerhalb eines Monats angekündigt. Der Plan soll unter Leitung Okazakis ausgearbeitet werden.


 
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