Bank schreibt wieder schwarze Zahlen: Commerzbank gelingt die Trendwende
zuletzt aktualisiert: 06.05.2010 - 08:45Frankfurt (RPO). Die Commerzbank hat dank der Erholung an den Finanzmärkten die Gewinnwende geschafft. Mit einem Nettogewinn von 708 Millionen Euro schnitt die zweitgrößte deutsche Bank im ersten Quartal 2010 weit besser ab als Finanzexperten ihr zugetraut hatten.
Nach einem Verlust von 864 Millionen Euro vor Jahresfrist hatten die Analysten lediglich einen Gewinn von 473 Millionen Euro erwartet. Für die Wende zum Besseren verantwortlich war im ersten Quartal der Handel mit Wertpapieren. Das Handelsergebnis steuerte allein 850 Millionen Euro zum Quartalsgewinn bei, ein Jahr zuvor hatte es das Ergebnis noch um mehr als eine halbe Milliarde Euro gedrückt.
Finanzvorstand Eric Strutz wollte sich am Donnerstag aber weiterhin nicht darauf festlegen, dass auch zum Jahresende schwarze Zahlen zu Buche stehen: "Im Gesamtjahr werden wir im Konzern nur dann schwarze Zahlen sehen, wenn Konjunktur und Finanzmärkte mitspielen", betonte er. Erst nach dem Ende des ersten Halbjahres wolle die Bank die Erwartungen konkretisieren.
"Die Zahlen sind gut"
Vorstandschef Martin Blessing sieht die Commerzbank trotzdem im Plan: "Damit haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur vollen Profitabilität erreicht", sagte er. Bis 2012 will die Commerzbank auf einen operativen Gewinn von vier Milliarden Euro kommen, spätestens 2011 sollen auch unter dem Strich wieder schwarze Zahlen stehen. Für das laufende Jahr gilt das bisher nur für die Kernbank, das Deutschland-Geschäft mit privaten und mittelständischen Kunden, die Osteuropa-Töchter und die Kapitalmarktaktivitäten.
"Die Zahlen sind gut, aber es gibt noch keinen Grund zu Jubeln", sagte Merck-Finck-Experte Konrad Becker. "Das Handelsergebnis ist sehr volatil, da kann im nächsten Quartal etwas ganz anderes stehen", mahnte er. Vorbörslich lag die Aktie 1,5 Prozent höher.
Im Bestand von Staatsanleihen lauern noch Risiken. In den fünf südeuropäischen Euro-Staaten hat die Bank 26,5 Milliarden Euro in Staatspapieren abgelegt, mehr als ein Fünftel ihres Portfolios. 3,1 Milliarden Euro liegen allein in Griechenland. Die Bank rechne aber nicht mit Ausfällen, hieß es im Quartalsbericht.
Verluste bei Schiffen und Immobilien
Dagegen musste die Commerzbank zu Jahresbeginn erneut ihr Portfolio strukturierter Produkte (ABS) abschreiben, was zu einem Verlust aus Finanzanlagen von 119 Millionen Euro führte. Die Risikovorsorge fiel mit 644 Millionen Euro um ein Viertel niedriger aus als vor einem Jahr und um die Hälfte geringer als im Quartal davor. In der Unternehmensfinanzierung wurden sogar mehr Rückstellungen aufgelöst als neu gebildet.
In der Schiffsfinanzierung und im Immobiliengeschäft blieb die Commerzbank in der Verlustzone. Vor allem in den USA bereiten gewerbliche Immobilienfinanzierungen Probleme. Ferner sei zu erwarten, dass mehr Schiffskreditnehmer wacklig würden, hieß es im Quartalsbericht.
Dagegen schrieb das Bankhaus in der "Portfolio Restructuring Unit" (PRU), in der sie intern toxische und andere problematische Papiere gebündelt hat, um sie langsam abzubauen, schwarze Zahlen. Sie hatte die Bilanz vor einem Jahr noch mit 1,4 Milliarden Euro belastet.
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