Staatlich garantierte Anleihe: Commerzbank holt sich Milliarden für Kauf von Dresdner Bank
zuletzt aktualisiert: 06.01.2009 - 09:58Hamburg/Düsseldorf (RPO). Als erste deutsche Bank will die Commerzbank offenbar in der laufenden Woche eine staatlich garantierte Anleihe herausgeben. Das Volumen soll eine Milliarde bis zwei Milliarden Euro betragen. Es wäre die erste Anleihe, für die der neu eingerichteten Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) bürgt.
Die Commerzbank will sich mit dem Geld laut "Financial Times Deutschland" für die bevorstehende Übernahme der Dresdner Bank rüsten. Ein Commerzbank-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, es sei noch nicht entschieden, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Volumen das Institut eine Anleihe begeben werde, die von der SoFFin-Garantie im Umfang von 15 Milliarden Euro gedeckt sei.
HSH-Nordbank wollte ursprünglich Staatsgarantie herausgeben
Ursprünglich wollte die HSH-Nordbank als erstes Institut eine Anleihe mit Staatsgarantie auf den Markt bringen. Laut Zeitung hat man sich unter Beteiligung des SoFFin in Finanzkreisen jedoch darauf verständigt, diese Reihenfolge umzukehren und die Commerzbank als "Eisbrecher" fungieren zu lassen. Die HSH Nordbank wolle Anfang kommender Woche erneut versuchen, ihre Anleihe zu begeben. Dem Bericht zufolge wollen die BayernLB und die Düsseldorfer IKB folgen.
Unterdessen belastet einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge ein neuer Finanzbedarf bei der Dresdner Bank die geplante Übernahme durch die Commerzbank. Kurz vor Abschluss des Deals würden die Noch-Dresdner-Mutter Allianz und die Commerzbank mit dem SoFFin über staatliche Hilfen verhandeln, heißt es unter Berufung auf Finanzkreise. Ein Gespräch dazu habe am Montag stattgefunden.
Furcht vor Ausfällen bei Dresdner Bank wächst
Bei den Verhandlungen gehe es unter anderem um die Absicherung von Wertpapieren. Wegen der angespannten Lage auf den Finanzmärkten wächst laut "Handelsblatt" die Furcht vor weiteren Ausfällen bei der Dresdner Bank. Die Commerzbank versucht laut "Handelsblatt" zudem, bei der Allianz Garantien für Wertpapiere zu erhalten. Dies könne auch Teil einer Gesamtlösung sein angesichts der Sorge, dass Staatshilfen die EU-Wettbewerbsbehörde auf den Plan rufen könnten.
Die Commerzbank hatte die Übernahme im November bereits nachverhandelt und kann die Dresdner Bank nun im Januar vollständig und zu einem geringeren Preis übernehmen.
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