Wirtschaftsminister Brüderle: Commerzbank soll in drei Jahren Hilfen zurückzahlen
zuletzt aktualisiert: 02.08.2010 - 09:42Düsseldorf (RPO). Deutsche Banken sollen nach dem Willen von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bald mit der Rückzahlung der ihnen wegen der Finanzkrise gewährten Staatshilfen beginnen. "Bei der Commerzbank hoffe ich, dass sich der Bund in spätestens drei Jahren vollständig aus der Bank zurückziehen kann."
Das sagte Brüderle dem "Handelsblatt". Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied der Regierung einen festen Zeitrahmen für die Rückführung der gewährten Krisenunterstützung nennt. Das Bundesfinanzministerium macht die Rückzahlung von der finanziellen Lage des jeweiligen Instituts abhängig. Es habe keinen Sinn, hier einen konkreten Termin zu setzen, hieß es.
Brüderle begründete seine Forderung mit grundsätzlichen Überlegungen: "Für einen Ordnungspolitiker gibt es kaum etwas Schlimmeres als eine Staatsbeteiligung an Banken. So etwas muss die absolute Ausnahme bleiben", zitiert die Zeitung den Minister.
Die Commerzbank hatte sich auf dem Höhepunkt der Finanzkrise am Kauf der Dresdner Bank verhoben. Insgesamt musste der Bund die Commerzbank mit 18,2 Milliarden Euro stützen und hält seither 25 Prozent plus eine Aktie des Kapitals in Form einer stillen Einlage. Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, hatte im Mai angekündigt, spätestens 2012 mit der Rückzahlung der stillen Einlage in Höhe von 16,4 Milliarden Euro zu beginnen.
Das Auftaktquartal 2010 hatte die Commerzbank nach Millionenverlusten im Vorjahr gut gestartet und einen Gewinn von 708 Millionen Euro eingefahren. Die Zahlen für das zweite Quartal sollen am Donnerstag vorgelegt werden.
Investmentbanker halten dem Zeitungsbericht zufolge bei der Commerzbank "eine Kapitalmaßnahme bereits in der zweiten Jahreshälfte für realistisch, wenn das Börsenumfeld weiter stabil bleibt". Insgesamt sei mit einer Kapitalerhöhung über rund fünf bis sechs Milliarden Euro zu rechnen. Mit dem Geld solle die stille Einlage des staatlichen Rettungsfonds SoFFin zurückgeführt werden. Weitere Schritte sollen im kommenden Jahr folgen.
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