Dresdner-Bank-Übernahme: Commerzbank startet angekündigte Kapitalerhöhung
zuletzt aktualisiert: 08.09.2008 - 12:13Frankfurt/Main (RPO). Die Commerzbank startet die angekündigte Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Dresdner-Bank-Übernahme. Das Frankfurter Institut kündigte am Montag die Platzierung von knapp 65,4 Millionen neuen Aktien an.
Die Titel seien mit voller Dividendenberechtigung für das Geschäftsjahr 2008 ausgestattet. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen.
Derweil hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi der Bundesregierung vorgeworfen, die Öffentlichkeit bei der Konsolidierungswelle im Bankensektor hinters Licht zu führen. "Hier wird den Menschen Sand in die Augen gestreut", sagte ver.di-Vorstandsmitglied Uwe Foullong dem "Handelsblatt".
Der Gewerkschafter verwies auf Aussagen von Politikern wie Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), die die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank begrüßt hatten.
"Es ist nach wie vor denkbar, dass die fusionierte Bank in ein bis zwei Jahren durch ein ausländisches Haus übernommen wird", sagte Foullong. Der Dresdner-Mutterkonzern Allianz, der zunächst knapp 30 Prozent an der neuen Bank halten soll, biete ebenfalls keinen Schutz. Sie habe sich nicht langfristig verpflichtet.
Die Dresdner-Übernahme hat auch Auswirkungen auf die seit Mitte Juni laufenden Tarifverhandlungen für die rund 250 000 Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bankgewerbe. Foullong kündigte eine harte Verhandlungslinie der Arbeitnehmer an und bekräftigte, auch den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen zum Verhandlungsthema zu machen. Beide Seiten treffen sich am 16. September in Köln zur vierten Verhandlungsrunde.
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