Konkurrenz für die Deutsche Bank: Commerzbank will die Superreichen
zuletzt aktualisiert: 18.11.2009 - 15:10Berlin (RPO). Die Commerzbank will der Deutschen Bank die führende Position im Geschäft mit der vermögenden Kundschaft streitig machen. "Wir wollen die Nummer eins im deutschen Wealth Management werden", sagte der zuständige Commerzbank-Bereichsvorstand Thorsten Reitmeyer.
"Fanden sich Commerzbank und Dresdner Bank vorher auf Plätzen zwischen drei und fünf, haben wir zusammen nun die Größe, um den Marktführer anzugreifen", erläuterte der Manager gegenüber der Tageszeitung "Die Welt".
Das Ziel erscheint äußerst ambitioniert: Das verwaltete Vermögen der Commerzbank werde Ende des Jahres zwar über den Ende 2008 ausgewiesenen 45 Milliarden Euro liegen, sagte Reitmeyer. Der Abstand zur Deutschen Bank ist dennoch immens - sie kommt durch die anstehende Übernahme von Sal. Oppenheim auf ein verwaltetes Vermögen in Deutschland von knapp 100 Milliarden Euro. Europaweit ist die Deutsche Bank im Geschäft mit den Superreichen sogar die Nummer drei nach den Schweizer Banken UBS und Credit Suisse.
Analyst Konrad Becker von Merck Finck zeigte sich skeptisch, ob die Commerzbank überhaupt jemals an ihrem größeren Konkurrenten vorbeiziehen kann. "Die Deutsche Bank wird sich nach dem Kauf von Sal. Oppenheim jetzt nicht zurücklehnen und dabei zusehen, wie die Commerzbank sie überholt", sagte Becker. Das Vorhaben von Reitmeyer sei sehr herausfordernd. Generell gesehen biete der Markt für Vermögensverwaltung jedoch ein großes Wachstumspotenzial.
Durch die Finanzkrise haben Großbanken auch im Geschäft mit reichen Anlegern gelitten, in dem sie normalerweise prächtig verdient. Die Unsicherheit über die künftige Entwicklung ließ Kunden bei der Geldanlage zögern, Banken nahmen deutlich weniger Provisionen ein. Zudem zogen viele Anleger ihre Ersparnisse ab. Die Commerzbank wird in dem Geschäftsbereich dennoch in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben, wie Reitmeyer ankündigte.
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