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Abwehrkampf gegen Schaeffler: Conti-Chef sieht sich gut gerüstet

zuletzt aktualisiert: 19.07.2008 - 14:46

Frankfurt/Hamburg (RPO). Im Abwehrkampf des Automobilzulieferers Continental gegen eine Übernahme durch den Familienkonzern Schaeffler hat Conti-Chef Manfred Wennemer Kampfesmut demonstriert.

Conti-Chef Manfred Wennemer will gegen die Schaeffler-Gruppe kämpfen.  Foto: AP, AP
Conti-Chef Manfred Wennemer will gegen die Schaeffler-Gruppe kämpfen. Foto: AP, AP

"Wir haben wirklich gute Chancen zu gewinnen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Zugleich erklärte sich Wennemer zu neuen Gesprächen mit Maria-Elisabeth Schaeffler bereit. "Ich kann nur an Frau Schaeffler appellieren: Lassen Sie uns vernünftig über eine Beteiligung von 20 Prozent reden", sagte er dem "Spiegel". Auch in der "Welt am Sonntag" plädierte der Conti-Chef für eine Einigung auf dem Verhandlungsweg: "Wir sollten gemeinsam eine vernünftige Lösung finden."

Wennemer bezeichnete es in der "FAS" als "schlimm, wenn jemand durch die Hintertür die Früchte dessen erntet, was wir über viele Jahre gesät haben." Wie Schaeffler sich an Conti angeschlichen habe, verstoße gegen deutsches Recht. "Es gibt durchaus Fälle, wo die Finanzaufsicht solche illegalen Fälle abgewehrt hat." Heftige Kritik übte Wennemer an den Banken, vor allem an der Dresdner Bank - sie ist laut "Spiegel" die Hausbank von Conti, half Schaeffler aber bei dem Übernahmeversuch. "Für manche Banken scheint im Moment die Einmalprovision wichtiger als die langfristige Beziehung", sagte Wennemer dem Magazin. In der "FAS" fügte er hinzu: "Verstehen kann ich das nicht. Noch im Oktober hat die Dresdner Bank für uns eine Kapitalerhöhung durchgezogen."

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Die am Übernahmecoup beteiligten Banken dementierten derweil eine beabsichtigte Zerschlagung von Conti. "Wer die Schaefflers kennt, der weiß nur zu genau, dass die mit keinem Finanzinvestor in ein Konsortium gehen, um raubtierhaft die Beute zu teilen und nach zwei Jahren weiter zu ziehen", sagte einer der beteiligten Berater dem Magazin "Focus". Ein Banker des von der Royal Bank of Scotland geführten Konsortiums unterstrich, dass die Familie Schaeffler nicht in kurzfristigen Engagements, sondern "in Zeiträumen von mindestens 20 Jahren" denke.

Gleichwohl warf Wennemer der Schaeffler-Gruppe vor, ihre Methoden seien "rabiater als die manches Hedgefonds". Finanzinvestoren hätten sich gemeldet, bevor sie Aktien kaufen wollten, sagte er dem "Spiegel". Schaeffler habe dagegen lediglich mitgeteilt, man habe jederzeit Zugriff auf 36 Prozent der Aktien. In der "WamS" bekräftigte Wennemer, im Sinne der Continental AG und ihrer Aktionäre "unterstützen wir ein Anker-Engagement der Familie Schaeffler von bis zu 20 Prozent". Sollte die Familie Schaeffler allerdings weiter an ihrem Plan festhalten, die Kontrollmehrheit auf der Hauptversammlung anzupeilen und den restlichen Aktionären keine adäquate Prämie dafür zu zahlen, werde der Conti-Vorstand weiter gegen diesen Vorstoß agieren.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wies derweil vor dem Hintergrund der Übernahmeschlacht Forderungen auch aus der eigenen Partei zurück, Unternehmen in Deutschland besser vor feindlichen Übernahmen zu schützen. Das bereits beschlossene, aber noch nicht in Kraft getretene Risikoabgrenzungsgesetz reiche aus, sagte Steinbrück der "WamS". "Ich kann doch nicht ein Gesetz wegen eines Einzelfalles ändern."

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser wertete die geplante Übernahme als Beleg für die Stärke deutscher Familienunternehmen. "Gesunde Kontinuität erzeugt Dynamik", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Die börsennotierten Unternehmen stehen ständig unter Darstellungs- und Begründungsdruck und müssen womöglich häufiger den Kurs ändern."

Quelle: afp

 
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