Vorstand verärgert: Continental klagt über miesen Stil bei Schaeffler
zuletzt aktualisiert: 15.12.2008 - 09:51Düsseldorf (RPO). Zwischen Autozulieferer Continental und seinem Großaktionär Schaeffler verschlechtert sich offenbar zunehmend die Stimmung. Einem Pressebericht nach wächst in Contis Führungsgremien die Verärgerung über den Stil des Familienunternehmens. Viele empfinden es als arrogant und selbstherrlich.
Dies berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf Aufsichtsratskreise. Der Unmut gehe so weit, dass die Führungsposition von Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger in Zweifel gezogen werde.
Eine von Conti ins Spiel gebrachte gemeinsame Automotive Group, die das Zuliefergeschäft beider Unternehmen bündeln könnte, dürfte jedenfalls nicht von Geißinger geführt werden. "Der natürliche Kandidat für eine solche verbindende Rolle ist Conti-Chef Karl-Thomas Neumann", zitiert das Blatt aus Aufsichtsratskreisen.
Die Kontrolleure setzten auf ein Einlenken von Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler, die bislang fest zu Geißinger stehe. Ein Schaeffler-Sprecher wies den Führungsanspruch der Niedersachsen gegenüber der Zeitung zurück: "Solche Entscheidungen trifft allein Schaeffler als Großaktionär."
Am Freitag hatte Neumann bereits öffentlich einen Eingriff Schaefflers in das operative Geschäft bei Conti beklagt. Die Übernahme von Continental durch Schaeffler gilt aufgrund der angespannten finanziellen Situation und der hohen Verschuldung beider Unternehmen als gefährdet. Ende dieser Woche will die EU das Ergebnis ihrer Kartellprüfung bekanntgeben.
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