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Credit Suisse PANORAMA 081204
  Foto: AFP, AFP
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Trotz Steuerstreit: Credit Suisse fließen Milliarden zu

zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 18:28

Schweiz (RPO). Trotz des bröckelnden Schweizer Bankgeheimnisses zieht die Credit Suisse Scharen reicher Privatkunden an. Allein im vergangenen Jahr kamen knapp 42 Milliarden Franken an Kundengeldern neu hinzu.

Während der heimische Konkurrent UBS im Vermögensverwaltungsgeschäft im vergangenen Jahr netto rund 100 Milliarden Franken an Kundengeldern verloren hat, kamen bei Credit Suisse unter dem Strich knapp 42 Milliarden neu hinzu. Der Trend setzt sich auch im laufenden Jahr fort, wie die Bank am Donnerstag mitteilte.

"Der Januar war ein Rekordmonat", sagte der für das Private Banking zuständige Manager Walter Berchthold bei der Vorlage der Jahresbilanz. Unter dem Strich verdiente Credit Suisse 2009 dank des wieder erstarkten Investmentbankings rund 6,7 Milliarden Franken und lässt die Finanzkrise damit hinter sich.

Gestohlene Kundendaten sorgen für Brisanz

Vor allem Deutschland und Frankreich rütteln am Schweizer Bankgeheimnis. Neue Brisanz bekam das Thema unlängst, als eine weitere CD mit Namen von mutmaßlichen deutschen Steuersündern auftauchte, die ihr Geld heimlich in der Schweiz angelegt haben sollen. Von welcher Bank die gestohlenen 1500 Kundendaten stammen, ist bislang nicht geklärt. Credit-Suisse-Chef Brady Dougan zeigte sich am Donnerstag zugeknöpft und wollte sich zu der CD nicht weiter äußern. "Wir haben null Fakten", sagte er. "Wir wissen nicht, ob sie etwas mit Credit Suisse oder unseren Kunden zu tun hat". Die Bank habe immer darauf geachtet, dass alle Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Wieviel Geld europäische Steuersünder in der Schweiz versteckt haben, ist offiziell nicht bekannt. Dougan betonte, bei der Credit Suisse sei das sogenannte europäische Offshore-Geschäft - die Verwaltung von Kundengeldern unter dem Schutz des Bankgeheimnisses - wichtig, aber nicht signifikant. Bei einem verwalteten Kundenvermögen von insgesamt 1229 Milliarden Franken entfallen nach seinen Worten weniger als 100 Milliarden auf Privatkunden aus großen europäischen Ländern. Dass diese Summe bei einer Zuspitzung des Steuerstreits komplett abgezogen werden könnte, erwartet Dougan nicht. Bei der unlängst erklärten Steueramnestie in Italien sei dies auch nicht der Fall gewesen.

Dass die Credit Suisse 2009 mehr Kundengelder anzog als die UBS, dürfte aber auch an dem Steuerstreit gelegen, den sich die Konkurrentin mit den USA geliefert hatte. So musste die UBS schließlich auf Druck der US-Regierung Tausende von US-Kundendaten herausrücken. Dies und eine erst zum Jahresende beendete lange Serie von Quartalsverlusten hatte das Image der UBS ramponiert. Credit Suisse kam dagegen vergleichsweise gut durch die Krise - noch dazu ohne Staatshilfen. 2008 hatte die Bank noch einen Verlust von 8,2 Milliarden Franken eingefahren.

Anleihe-Flut spült Milliarden in die Kasse

Mit ihrem nun erzielten Jahresgewinn von umgerechnet 4,6 Milliarden Euro liegt die Credit Suisse knapp hinter dem deutschen Branchenprimus Deutsche Bank, der 2009 netto rund fünf Milliarden Euro verdient hat. Wie die Frankfurter profitierte auch Credit Suisse maßgeblich vom wieder boomenden Investmentbanking.

Vor allem die Anleihe-Flut kapitalhungriger Staaten und Firmen spülte Milliardenbeträge in die Kassen. Ob dieser Trend allerdings anhält, ist ungewiss. Zum Jahresende flauten die Geschäfte im Investmentbanking etwas ab. So blieb der Konzerngewinn im vierten Quartal mit 800 Millionen Franken denn auch unter den Analystenerwartungen von 1,3 Milliarden.

Insgesamt zeigte sich Dougan für das neue Jahr optimistisch. "Wir sind sehr gut ins erste Quartal 2010 gestartet", sagte der Bankchef. Einen Gewinnanstieg wollte er zwar nicht fest versprechen. Die Zeichen seien aber ermutigend. Die Aktionäre will er mit einer dicken Dividende bei Laune halten: Für 2009 sollen sie pro Aktie 2,00 Franken erhalten nach 0,10 Franken im Vorjahr. Das sei "best in class", sagte der Amerikaner.

Quelle: RTR/jre

 
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