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Boni für Vorstandsmitglieder
Da stimmt was nicht bei Volkswagen

Hintergrund: Fragen und Antworten zum Abgas-Skandal
Hintergrund: Fragen und Antworten zum Abgas-Skandal
Meinung | Berlin. Trotz des Abgasskandals wird bei VW über Boni für Vorstandsmitglieder diskutiert. Das zeigt: Einige im Konzern haben den Ernst der Lage noch immer nicht verstanden.  Von Birgit Marschall

Jede Diskussion über Boni für die VW-Vorstandsmitglieder sollte sich eigentlich erübrigen. Dass darüber im Aufsichtsrat überhaupt diskutiert wird, zeigt, dass in der Top-Etage des Konzerns noch immer einige gar nicht verstanden haben, dass es bei VW schon ums Eingemachte geht.

Der Skandal über die manipulierten Abgaswerte ist so desaströs und möglicherweise sogar existenzgefährdend für das gesamte Unternehmen, dass im Top-Management des Konzerns Demut, Bescheidenheit und die höchste Alarmstufe bei der Krisenbewältigung angesagt sind.

Statt dessen führt der Aufsichtsrat zur Unzeit eine Diskussion über Vorstandsboni weiter, statt sie sofort zu stoppen. Das führt zu einer weiteren Schädigung des ohnehin schon ramponierten Images des größten deutschen Autobauers. Es kann keine Boni für Manager geben, deren Mitschuld an diesem Skandal teilweise noch gar nicht geklärt ist. Punkt.

Auch innerbetrieblich wirkt diese Diskussion verheerend: Die 120.000 Beschäftigten im Haustarif, so viel ist längst klar, haben wegen roter Zahlen keinen Anspruch auf eine Erfolgsbeteiligung.

Viele VW-Mitarbeiter bangen sogar längst um ihren Job. Die Schuld dafür können sie zu guten Teilen dem früheren VW-Chef Martin Winterkorn geben, der von den Abgas-Manipulationen viel mehr wusste, als er zugeben wollte. Winterkorn verdiente zuletzt fast 17 Millionen Euro im Jahr oder 46.000 Euro am Tag. Er bekam also an einem Tag, was ein gut dotierter VW-Mitarbeiter im Jahr verdiente. Da stimmt was nicht bei Volkswagen.   

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