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Verdacht gegen Autohersteller
Daimler ist Kronzeuge im EU-Kartellverfahren

Frankfurt. Die EU-Kommission prüft Vorwürfe, dass sich deutsche Autobauer unzulässig abgesprochen haben. Daimler bietet sich als Kronzeuge an.

Das Unternehmen habe einen Kronzeugenstatus und damit Bußgeldimmunität beantragt, erklärte Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber am Freitag. Reuters hatte von Insidern erfahren, dass sich die Stuttgarter noch vor Volkswagen selbst bei der Kartellbehörde angezeigt hatten.

Konzernzentrale von Daimler in Stuttgart. FOTO: dpa

"Im Grundsatz geht es um die kartellrechtlichen Absprachen, die vor einiger Zeit in der Presse diskutiert worden sind", ergänzte Uebber. Der "Spiegel" hatte im Juli darüber berichtet, dass sich die Autobauer in den 90er Jahren rechtswidrig in großem Stil über Technik, Kosten, Zulieferer, Märkte und Strategien abgestimmt hätten. Sollten die Vorwürfe zutreffen, wäre dies eines der größten Kartelle der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Uebber ergänzte, es sei noch immer kein förmliches Verfahren eröffnet. Rückstellungen müsse Daimler dafür nicht bilden. Kronzeugen gehen in der Regel in einem Kartellverfahren straffrei aus.

(wer/REU/dpa)
 
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