Gegen feindliche Übernahme: Danone kämpft um Unabhängigkeit
zuletzt aktualisiert: 21.07.2005 - 11:11Paris (rpo). Der angeblich von einer feindlichen Übernahme bedrohte französische Lebensmittelkonzern Danone will um seine Unabhängigkeit mit allen Mitteln kämpfen. Er werde die Kultur und die Eigenständigkeit des Unternehmens verteidigen, sagte Danone-Chef Franck Riboud der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos".
Er betonte allerdings auch, dass es bisher "keinen Kontakt" zwischen Danone und einer ausländischen Gruppe mit Blick auf eine Übernahme gegeben habe. "Da gibt es nichts, weder nah noch fern, weder offiziell noch halbamtlich", sagte Riboud zu Berichten, denen zufolge der US-Getränkekonzern PepsiCo eine Übernahme von Danone vorbereitet.
"Danone hat Mittel, um sich zu verteidigen", betonte Riboud und verwies auf hohe Hürden für ein mögliches Übernahmeangebot. So müsse jeder Anteilseigner, der mehr als 0,5 Prozent der Anteile besitze, sich offenbaren. Zudem gebe es Stimmrechtsbeschränkungen: Aktionäre könnten nur über eine Schwelle von zwölf Prozent der Stimmmrechte hinauskommen, wenn ihnen bereits zwei Drittel aller Anteile gehörten.
Erstmals äußerte sich auch Wirtschafts- und Finanzminister Thierry Breton zu der Affäre, die seit Anfang der Woche in Frankreich hohe Wellen schlägt. Frankreich habe einen "sehr strengen und strikten Gesetzesrahmen", sagte er im Radiosender RTL. Die Regierung werde "genau darüber wachen", dass Danone seine Rechte wahrnehmen könne. Bretons Kabinettskollege, Arbeitsminister Jean-Louis Borloo, hatte am Mittwoch gesagt, die Regierung werde eine feindliche Übernahme des Lebensmittelskonzerns um jeden Preis verhindern.
Danone veröffentlichte unterdessen Geschäftszahlen für das erste Halbjahr. Demnach sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36,6 Prozent auf 347 Millionen Euro. Der Umsatz stieg aber gleichzeitig um 2,8 Prozent auf 6,44 Milliarden Euro.
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