Nach jahrelangem Gerangel hat die Deutsche Bank die Nachfolge ihres Chefs Josef Ackermann geklärt. Top-Investmentbanker Anshu Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen sollen dem Schweizer im nächsten Jahr an die Vorstandsspitze folgen, wie das größte deutsche Geldhaus am 25. Juli 2011 nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mitteilte. abgelehnt.
Ackermann bleibt der Bank erhalten: Nach zehn Jahren als Konzernchef soll der 63-Jährige auf der nächsten Hauptversammlung im Mai 2012 in den Aufsichtsrat gewählt werden und den Vorsitz von Amtsinhaber Clemens Börsig übernehmen. Besonders die Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium hatten sich dafür stark gemacht, da sie unter Jain ein Übergewicht des riskanten Investmentbankings befürchteten. Ackermann selbst hatte einen solchen Wechsel wiederholt abgelehnt.
Die Bank wird zukünftig von einer Doppelspitze geführt: Am gebürtigen Inder Jain führte zuletzt kein Weg mehr vorbei, da der Bereich des 48-Jährigen regelmäßig mehr als 80 Prozent der Gewinne des Bankkonzerns beisteuert und er daher aus Sicht der Investoren gesetzt war. Niemand wollte riskieren, dass Jain die Bank verlässt.
Jain fehlen allerdings die Drähte ins politische Berlin. Daher stellt ihm der Aufsichtsrat mit Deutschland-Chef Fitschen einen erfahrenen und gut vernetzten Banker zur Seite. Der Niedersachse wird indes bald 63 Jahre alt und ist daher wohl nur eine Übergangslösung. Insider rechnen damit, dass Jain in einigen Jahren alleine das Ruder in der Hand haben dürfte.
"Die Entscheidungen sorgen für Erneuerung und sichern zugleich die Kontinuität", erklärte der bisherige Aufsichtsrats-Chef Clemens Börsig.