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Briefmarken nur noch in Schreibwarenläden: Das letzte Postamt schließt im Jahr 2011

VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 25.01.2010 - 14:59

Düsseldorf (RP). Auch die letzten 400 Vollfilialen der Post sollen schließen. Der Konzern bietet seine Leistungen nun über Supermärkte, Schreibwarenläden und Postbank-Filialen an. Die Mitarbeiter haben Kündigungsschutz – noch.

Die Tage des traditionellen Postamtes, in dem Post-Beschäftigte von der Postkarte bis zum Übersee-Wertpaket alles annahmen, sind gezählt. Die Deutsche Post will ihre verbleibenden rund 400 Vollfilialen bis zum Ende des Jahres 2011 aufgeben und in Partnerfilialen oder Verkaufspunkte umwandeln, wie ein Post-Sprecher unserer Redaktion bestätigte.

Bereits im März 2008 hatte der Konzern angekündigt, dass er sein Filialnetz aufgibt. Seitdem erleben Bürger in allen Städten, wie ein Amt nach dem anderen die Türen schließt und sie auf Postbanken, Supermärkte oder Schreibwarenläden verweist, die die Serviceleistungen der Post anbieten. Nun soll bald endgültig Schluss sein mit dem Amt nebenan.

Folgen für die Kunden?

Sie müssen sich einen neuen Anbieter suchen. Bisher gibt es bereits gut 13.000 Partnerbetriebe, die ein breites Post-Sortiment anbieten. Meistens sind es Einzelhändler, die diese Aufgaben für die Deutsche Post erfüllen. Aber auch in 850 Postbank-Filialen ist die Post zu Gast. Das darf sie auch weiter bleiben, wenn der Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank abgeschlossen ist. So ist es vertraglich geregelt.

Daneben gibt es weitere 3000 kleinere Postschalter in Supermärkten oder Schreibwarengeschäften. Sie bieten ein eingeschränktes Angebot und verkaufen nur die meistgefragten Produkte wie Brief- und Paketmarken. Hinzu kommen 250 spezielle Filialen für Geschäftskunden, die als besonders lukrativ gelten. Ihre Zahl soll auf 1000 steigen.

Die Post sieht in der Privatisierung Vorteile für die Kunden: Seit 1990 seien die Öffnungszeiten der Verkaufsstellen von 18 auf 43 Wochenstunden erhöht worden.

Folgen für die Mitarbeiter?

In den verbliebenen 400 Postämtern sind über 1000 Mitarbeiter tätig. Der Konzern hat mit den Gewerkschaften den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2011 vereinbart. Wenn nun ein Amt aufgelöst wird, erhalten die Mitarbeiter einen anderen Arbeitsplatz im Konzern oder werden an den Partner-Betrieb ausgeliehen, erklärte der Sprecher. Über einen Kündigungsschutz nach 2011 gibt es derzeit harte Verhandlungen zwischen Konzern und Gewerkschaft. Verdi hält es für einen Fehler, dass der Konzern den Kontakt zum Kunden abbricht. Auch erhielten Kunden immer seltener eine fachgerechte Beratung.

Folgen für den Konzern?

Die Post behauptet, sie wolle den Service nicht einschränken, sondern ausbauen. Die Zahl aller Verkaufsstellen solle "so schnell wie möglich" von 17. 000 auf 24 .000 erhöht werden, kündigte nun Brief-Vorstand Jürgen Gerdes an. Gleichwohl will sie durch die Umwandlung der alten Postämter in privat betriebene Verkaufsstellen sparen. Wie viel, will sie nicht sagen. Erst vor kurzem hat die Post ihr Gewinnziel für 2009 angehoben und rechnet nun mit einem Ergebnis (vor Zinsen und Steuern) von mindestens 1,35 Milliarden Euro.

Quelle: RP

 
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