Mittal mit neuem Vorschlag: Das Ringen der Stahlgiganten geht weiter
zuletzt aktualisiert: 08.03.2006 - 10:28Mumbai/Paris (rpo). Das Ringen zwischen dem europäischen Stahlgiganten Arcelor und der indisch-britischen Mittal Steel geht weiter. Jetzt hat Konzernchef Lakshmi Mittal den Vorschlag ins Spiel gebracht, dass seine Familie nach einem erfolgten Zusammenschluss auf einen Teil ihrer Sonderstimmrechte verzichten könnte.
Nach der Fusion werde die Familie prüfen müssen, ob sie künftig wie die anderen Aktionäre nur eine Stimme pro Aktie haben werden, sagte Mittal der Zeitung "International Herald Tribune" in einem Telefoninterview vom indischen Mumbai aus.
Er verwies darauf, dass eine Struktur nach dem Muster "eine Aktie, eine Stimme" bei öffentlich gehandelten Unternehmen üblich sei. Zur Zeit haben Mitglieder der Familie Mittal Sonderrechte mit dem zehnfachen Stimmrecht pro Aktie. Dies gewährt ihr eine 98-prozentige Kontrolle über den weltgrößten Stahlkonzern.
Mittal Steel hatte Ende Januar angekündigt, Arcelor als zweitgrößten Stahlproduzenten der Welt für 18,6 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Dies hatte heftigen Widerstand bei dem Unternehmen selbst, aber auch bei den Regierungen in Luxemburg und Frankreich ausgelöst.
Bisher hatte Mittal laut "International Herald Tribune" vorgeschlagen, die Sonderstimmrechte seiner Familie zu verwässern. Dabei sollte die Stimmkraft vom Zehnfachen auf das Zweifache pro Anteil sinken.
Diese Konstellation hätte der Familie bei einer Fusion mit Arcelor 64 Prozent der Stimmrechte an dem neuen Unternehmen gegeben, während sie tatsächlich nur 50,2 Prozent der Aktien halten würde.
Mittal sagte nun der Zeitung, unter seinem neuen Vorschlag werde die Familie weiter die Mehrheit halten, aber nur entsprechend ihrem Anteil am Kapital, der weiter bei 50,2 Prozent liegen solle.
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