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DSW-Studie: DAX-Chefs verdienen im Durchschnitt 2,6 Millionen Euro

zuletzt aktualisiert: 20.09.2005 - 14:37

Frankfurt/Main (rpo). Die Vorstandschef der 30 deutschen DAX-Unternehmen verdienen richtig gut. Sie kommen im Jahr durchschnittlich auf rund 2,6 Millionen Euro. Bei den Vorständen sind es knapp 1,6 Millionen Euro. Das sind acht Prozent mehr als im Jahr davor. Besonders der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon hat den Lohn kräftig aufgestockt.

Dort gab es einen Gehaltssprung von 89 Prozent. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die höchsten Bezüge im DAX streicht dabei mit rund 6,2 Millionen Euro der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, ein, während für Vorstände des deutschen Branchenprimus immerhin noch rund 3 Millionen Euro abfallen.

Platz zwei auf der Liste der DAX-Unternehmen mit den bestvergüteten Vorstandsetagen belegte der Energieversorger RWE, dessen Chef rund vier Millionen Euro verdient und die Vorstände rund 2,6 Millionen, vor DaimlerChrysler, Siemens und E.ON. Auf den beiden untersten Rängen in Sachen Vorstandsvergütung sind im DAX die Commerzbank und auf dem letzten Platz die Lufthansa zu finden, wo der Vorstandschef rund 1,3 Millionen Euro verdient. Virtuelle Vergütungsbestandteile wie beispielsweise Aktienoptionen wurden in der Aufstellung nicht berücksichtigt.

Trend zu mehr Offenheit

Dabei ist die Zahl der Unternehmen, die die Gehälter ihrer Vorstände veröffentlichen, binnen Jahresfrist deutlich gestiegen: Hatten 2003 erst neun der 30 DAX-Unternehmen die Gehälter ihrer Vorstände individualisiert veröffentlicht, stieg die Zahl im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 18. Während HypoVereinsbank, MAN und Volkswagen nur das Gehalt ihrer Vorstandsvorsitzenden veröffentlichten, beschränken sich DaimlerChrysler, Adidas-Salomon, BMW, Henkel, BASF, Infineon, Linde, Münchner Rück und Fresenius Medical Care sogar bloß auf den Ausweis der Gesamtsumme.

Insgesamt sind die Unternehmen bei der Transparenz ihrer Vorstandsgehälter aber deutlich auskunftsfreudiger geworden; auch saftige Verdienststeigerung bei schrumpfenden Gewinnen waren diesmal nicht zu beobachten, wie DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker erklärte. Einige Unternehmen versuchten jedoch noch immer, sich der Offenlegung zu entziehen.

Von der neuen Gesetzesregelung, die Aktiengesellschaften vom Geschäftsjahr 2006 an verpflichtet, die Vergütungen ihrer Gehälter offen zu legen, verspricht sich Hocker keine vollkommene Transparenz. Vielmehr erwartet der Aktionärsschützer die Entwicklung hin zu einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft". Schließlich könnten Unternehmen die Offenlegung mit Hilfe der so genannten Opting-Out-Klausel vermeiden, wenn 75 Prozent der auf der Hauptversammlung vertretenen Aktionäre dem zustimmten. Diese Möglichkeit habe beispielsweise der Autovermieter Sixt bereits genutzt, und auch bei Porsche werde wohl von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht werden, hieß es.

Zudem hätten die Unternehmen, weil der Gesetzgeber auf eine Standardisierung verzichtet habe, die Möglichkeit, die Informationen zu verstreuen und so zu verklausulieren, "dass der Informationsgehalt für die Aktionäre gegen Null geht", monierte Hocker.

Damit die Vergütungsberichte aller Unternehmen künftig für die Aktionäre verständlich werden, fordert die DSW konkrete Vorgaben. So sollte neben dem Fix-Gehalt der Vorstände und deren variabler Vergütung unter anderem auch geldwerte Vorteile, Abfindungen und Antrittsgelder sowie Angaben zu Aktienoptionen und Pensionsansprüche enthalten sein.

Quelle: ap

 
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