| 15.53 Uhr

Starke US-Arbeitsmarktdaten
Dax steigt auf Sechs-Wochen-Hoch

Drastische Sparmaßnahmen: Rosskur für Griechenland
Drastische Sparmaßnahmen: Rosskur für Griechenland FOTO: AFP
Frankfurt (RPO). Überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten und die Hoffnung auf eine Lösung der griechischen Schuldenkrise haben den europäischen Aktienmärkten am Freitag Auftrieb gegeben. Der Dax kletterte um bis zu ein Prozent auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 5854 Punkten. Der EuroStoxx50 zog in der Spitze um 1,3 Prozent auf 2852 Zähler an und notierte damit ebenfalls so hoch wie seit Ende Januar nicht mehr.

"Vor allem die Entwicklung bei der Zeitarbeit ist positiv zu werten", kommentierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf die US-Daten. "Da gab es einen deutlichen Zuwachs." Dies nähre Hoffnungen, dass demnächst auch wieder am gesamten US-Arbeitsmarkt Stellen geschaffen würden. Im Februar wurden in den USA 36.000 Stellen gestrichen. Analysten hatten allerdings mit einem Minus von 50.000 gerechnet.

Neben den US-Daten sorgten die Sparpläne der griechischen Regierung sowie das rege Interesse an den Staatsanleihen des Mittelmeer-Anrainers für weitere Beruhigung am Aktienmarkt. Der Volatilitätsindex VDax, der die Nervosität der Anleger misst, fiel auf den tiefsten Stand seit sieben Wochen. Griechenland hatte am Vortag einen dreifach überzeichneten Bond im Volumen von fünf Milliarden Euro platziert und damit sowohl sich selbst als auch dem Euro Luft verschafft. "Die Schlacht ist gewonnen, der Krieg allerdings noch nicht", brachte ein Händler die Stimmung auf den Punkt. Derzeit sei der Markt aber optimistisch, dass Griechenland einen Weg aus der Krise finden werde.

Commerzbank im Plus

Zu den Favoriten im Dax zählte die Commerzbank, deren Aktie sich um 3,4 Prozent auf 5,86 Euro verteuerte. Börsianer machten dafür charttechnische Kaufsignale verantwortlich. Außerdem waren die Titel in den vergangenen vier Wochen überdurchschnittlich stark gefallen.

Gelassen reagierten Investoren auf die Herabstufung der Bonität der Deutschen Bank. Die Aktie notierte am Nachmittag 1,4 Prozent im Plus bei 50,38 Euro. "Anscheinend war die Herabstufung durch Moody's schon eingepreist", sagte ein Börsianer. Die Ratingagentur hatte die Deutsche Bank am Vorabend um zwei Stufen auf "Aa3/C+" von "Aa1/B" heruntergestuft. "Das ist im Vergleich zu den Wettbewerbern immer noch ein gutes Rating", betonte ein anderer Börsianer.

Weit oben auf der Einkaufsliste der Anleger standen auch K+S. Die US-Tochter Morton Salt hatte in einem internen Mitarbeiterbrief ein Gesamtjahresergebnis über den eigenen Zielen in Aussicht gestellt. "Die Übernahme von Morton Salt erweist sich früher als erwartet positiv für K+S", stellte DZ-Bank-Analyst Heinz Müller fest. K+S zogen um 2,3 Prozent auf 47,11 Euro an.

Zu den wenigen Verlierern der ersten deutschen Börsenliga zählten RWE und Eon. Sie verloren jeweils rund 0,2 Prozent auf 62,86 beziehungsweise 26,54 Euro. Der französische Versorger Veolia hatte mit einem zurückhaltenden Ausblick enttäuscht.

(RTR/felt)
 
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