Rüttgers nach Gesprächen in Detroit erleichtert: "Definitiv keine Entscheidung" zu Schließung von Opel-Werken
zuletzt aktualisiert: 19.02.2009 - 06:12Frankfurt/Detroit (RPO). Der angeschlagene US-Automobilkonzern General Motors hat im Rahmen seiner geplanten Sanierung keine Entscheidung zu einer Schließung von Opel-Werken in Deutschland getroffen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zeigte sich nach seinen Gesprächen mit der Konzernleitung von General Motors in Detroit erleichtert. "Es gibt definitiv keine Entscheidung", sagte Rüttgers.
Der von General Motors vorgelegte Sanierungsplan sehe "auch Einsparungen und Veränderungen für Europa" vor, sagte Rüttgers nach seiner Unterredung mit Vorstandschef Rick Wagoner. Die genaue Umsetzung könne aber in Europa selbst erarbeitet werden. Im ZDF sagte Rüttgers: "Uns ist natürlich ein Stein von Herzen gefallen. "In Nordrhein-Westfalen liegt der Opel-Standort Bochum.
Jetzt sei es wichtig, dass für Opel ein Zukunftsplan entwickelt werde, betonte der nordrhein-westfälische Regierungschef. Als Voraussetzung für mögliche Staatshilfen an Opel hat Rüttgers die Sicherung von Unternehmensstandorten in Deutschland genannt. Außerdem müsse auch in Zukunft sichergestellt werden, dass Opel Deutschland den Zugriff auf Technologien und Markenrechte behalte, die in Deutschland entwickelt worden seien.
30.000 Arbeitsplätze in Deutschland
Rüttgers regte nach Angaben eines Sprechers an, dass der Bund "angesichts von 30.000 Arbeitsplätzen in Deutschland jetzt die Initiative ergreift". Er schlug vor, dass neben der Führung von Opel Deutschland und Europa auch die Arbeitnehmervertreter in die Ausarbeitung des Zukunftskonzept eingebunden werden.
Konzernbetriebsratschef Klaus Franz erklärte sich dazu bereit, einen Beitrag zu weitreichenden Kostensenkungen zu leisten. Dies schließe auch Verhandlungen über die mögliche Einführung der Vier-Tage-Woche ein, sagte Franz der "Bild"-Zeitung. "Eine Werkschließung kostet 400 bis 500 Millionen Euro. Es ist besser, die Fertigung zu flexibilisieren", erklärte Franz dem Zeitungsbericht zufolge.
Verhandlungen mit Gewerkschaft und Inhabern von Anleihen
Auch nach der Vorlage eines Sanierungsplans dauerten in Detroit die Verhandlungen zur Rettung des Konzerns an. Vertreter des Managements von General Motors trafen am Mittwoch mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) sowie mit Interessenvertretern der Inhaber von Unternehmensanleihen zusammen.
In den Gesprächen mit der UAW geht es um die Frage, ob die Gewerkschaft Zahlungen für den geplanten Gesundheitsfonds in gewerkschaftlicher Regie auch in Form von Aktien akzeptiert. Die UAW fürchtet, dass dann nicht genug Mittel zur Versorgung der 800.000 Anspruchsberechtigten vorhanden sind. General Motors muss rund 20 Milliarden Dollar in den Gesundheitsfonds einzahlen.
Der vom Zahlungsunfähigkeit bedrohte Konzern will weltweit 47.000 Arbeitsplätze abbauen, davon 27.000 außerhalb der USA. Nach dem von GM am Dienstag vorgelegten Rettungsplan sollen die europäischen Tochtergesellschaften Opel, Saab und Vauxhall Kosten von insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar (952,5 Millionen Euro) einsparen. Was dies für die vier deutschen Opel-Werke in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern bedeutet, hatte GM zunächst offen gelassen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
