Vielen Jugendlichen fehlt Ausbildungsreife: Dem Handwerk fehlen bis zu 10.000 Auszubildende
zuletzt aktualisiert: 26.02.2010 - 11:40Düsseldorf (RP). Im Handwerk drohen im laufenden Jahr bis zu 10.000 Lehrstellen unbesetzt zu bleiben. "Schon im vergangenen Jahr konnten wir fast 10.000 Ausbildungsplätze nicht besetzen. Die Lage wird sich auch 2010 kaum ändern", sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, unserer Redaktion.
Viele Jugendliche wüssten zu wenig über das Handwerk. Zudem fehle vielen die Ausbildungsreife: "Leider zählen wir pro Jahr über 100.000, die nicht ausbildungsreif die Schule verlassen."
Eine Woche vor Beginn der traditionellen Münchner Handwerksmesse schlägt der ZDH Alarm: Schon jetzt sei der Fachkräftemangel in vielen Berufen spürbar. Die Politik müsse in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik künftig größere Anstrengungen unternehmen, um die Qualität der Erwerbsarbeit auch dann noch zu sichern, wenn sich die Alterung der Gesellschaft in den kommenden Jahren beschleunigt. Der Ausbildungspakt zwischen Wirtschaft und Politik habe längst einen neuen Fokus: Nicht zu wenige Lehrstellen, sondern zu wenig Bewerber seien das Problem.
"Wir müssen aufpassen, dass Hartz IV nicht zum Lebensschicksal junger Menschen wird", warnte Schwannecke. Wirtschaftsverständnis und Berufsorientierung müssten "Pflicht-Bestandteile der Lehrpläne" in den Schulen werden. Schon jetzt fehlten vor allem in den Ausbaugewerken gelernte Kräfte.
Schwannecke forderte die Regierung auf, beim Konjunkturpaket nachzusteuern. Damit Betriebe mit dem Auslaufen des Pakets Ende 2010 nicht in eine Auftragsflaute stürzten, müsse der Gesetzgeber die Kriterien für die Mittelverwendung ändern. "Wir stellen das Auslaufdatum 31. Dezember gar nicht infrage. Es muss aber sicher gestellt sein, dass die bis dahin erteilten Aufträge auch 2011 noch abgearbeitet werden können", sagte er. Bisher gilt, dass alle Arbeiten bis Jahresende begonnen sein müssen.
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